Oh man, Oman! – Sind die nett!

Es ist soweit – die Reise hat begonnen. Am 1. April haben wir Freunde und Familie schweren Herzens zurückgelassen und sind in Frankfurt in den Flieger gestiegen. Sieben Stunden später, am 2. April, landeten wir 5.30 Uhr Ortszeit in Maksat, Oman. Müde und geschafft kauften wir uns unser Visum und liefen zufällig zwei Jungs aus München in die Arme, Markus und Ralf. Wir teilten uns ein Taxi und es ging Richtung Innenstadt. Die Jungs wurden am Hotel abgesetzt, wir machten uns auf die Suche nach unserer airbnb-Unterkunft. Der Taxifahrer ohne Englischkenntnisse konnte die Wegbeschreibung leider nicht deuten, jedoch halfen uns Leute am Straßenrand weiter. Bald schon wurden wir freundlich von unserem Gastgeber Anirudh begrüßt (Stadtteil: Darsait). Er stammt aus Indien, lernt gern andere Menschen und Kulturen kennen und legt vor allem Wert auf Erfahrungsaustausch. Dadurch haben wir auch das Glück, für wenig Geld bei ihm wohnen zu können (Für uns: 4,5 Euro, Hotel: 40 Euro pro Nacht). Er ist sehr nett, gibt uns viele Informationen und möchte stets helfen – teilweise meint er es zu gut.

Nach einem ersten Kennlerngespräch und einigen Stunden Schlaf hatten wir wieder Kraft getankt und machten einen ersten Ausflug in die Stadt – zu Fuß. Dabei hupte uns jedes dritte Auto an und jedes Taxi wollte uns mitnehmen. Wir liefen drei Kilometer nach Matrah, eine Vorstadt von Maskat. Diese liegt direkt am Arabischen Meer und ist für Touris gewappnet. Die dortige Hafenstraße nennt sich Corniche, auf der ein reges Treiben herrscht. Es gibt Cafés, Coffee Shops und viele wartende Taxifahrer im weißen traditionellen Gewand, dem Dishdasha. Schon bald fanden wir den Eingang zum bekannten Bazar Suq. Hier gibt es viel orientalischen Schmuck, Essbesteck, bunte Lampen, Teekannen, Gewänder, Tücher und Gewürze. Wir aßen noch eine Kleinigkeit und machten uns auf den Heimweg als es dunkel wurde. Dabei ertönte der Betgesang der Muezzins über die Stadt. Für uns eine sehr beeindruckende Stimmung! Als wir in unserer Unterkunft ankamen, hatte Anirudh bereits für uns gekocht. Es gab scharfe Kartoffelpuffer mit Koriander und Hühnchen, dazu Bier. Sehr lecker. Er erzählte sehr viel und wollte die komplette Woche für uns durchplanen und uns zu allen Plätzen fahren. Wir nahmen jedoch erste einmal nur das Angebot an, uns am nächsten Morgen zur Großen Moschee, der Sultan Qaboos Grand Mosque, zu bringen.

Die Große Moschee war sehr beeindruckend. Wir machten unendlich viele Bilder und genossen das warme Wetter durch ständiges Abkühlen in den Gebetssälen oder in den Schatten der Palmen. Bei einer Informationsstelle über den Islam entdecken wir Datteln und konnten auch omanischen Kaffee sowie Ingwer-Tee kosten. Dann lernten wir Neema, eine omanische Frau, kennen. Wir sollten uns frei fühlen, Fragen zu stellen. Doch eine war ausreichend und sie redete mindestens eine halbe Stunde auf uns ein. Sie war sehr lieb und unterhaltsam. Sie sprach über verschiedenste Dinge: Das heiße Wetter, warum die Augen von Eskimos nicht einfrieren, wie junge Lachsfische wissen, dass sie ins Meer müssen, über die gleichgestellte Rolle der Frau im Oman, ein paar Ausflugsziele und natürlich auch über den Islam. An unserer Weltreisegeschichte war sie sehr interessiert, stellte viele Fragen und wünschte uns alles Beste. Als wir sie fragten, ob wir ein Foto mit ihr zusammen machen können, freute sie sich. Auch sie wollte anschließend mit ihrem Tablet eines haben. Zum Abschied gaben wir ihr noch die Adresse zu unserem Blog und sie wolle für uns beten. „Anna Anne. Anna Lisa.“ – „Ich heiße Anne. Ich heiße Lisa“. Das hatte sie uns noch beigebracht.



Anschließend fuhren wir mit dem Bus nach Ruwi. Wir liefen quer durch diesen Stadtteil Maskats. Viel gab es jedoch nicht zu sehen. Große Straßen, viel Verkehr und die Sonne schien heiß. Irgendwann schlenderten wir durch kleine verwinkelte Gassen auf der Suche nach dem Meer. Nach sechs Kilometern hatten wir wieder die Corniche (Hafenstraßen) erreicht. Dort bummelten wir noch eine Weile entlang bis wir uns mit den Jungs vom Flughafen zum Abendessen trafen. Sie hatten bereits ein Auto gemietet und fuhren mit uns anschließend im Dunkeln zum Sultans-Palast (Qasr al-Alam) und machten ein paar Fotos. Dann brachten sie uns nach Hause. Es gab noch eine kalte Limo aus dem Coffee Shop gegenüber und dann ging es wieder in unsere Unterkunft.


Am Montag (04.04.16) begannen wir den Tag recht spät. Wir liefen erneut zum Sultans-Palast, um ihn auch bei Tag zu bewundern. Als Station davor stand das Museum Bait al Zubair auf dem Programm. Kurz davor wurden wir von einem Taxifahrer angesprochen, der sich für unsere Herkunft interessierte. Er hieß Badar und lud uns auf einen omanischen Kaffee und Datteln im besagten Museum ein, um mehr übereinander zu erfahren. Badar bot uns an, uns nach dem Museumsbesuch zum Palast zu bringen. Wir sagten zu. Im Museum gab es traditionelle Kleidung, Schmuck und Waffen (z. B. der Krummdolch) zu bestaunen. Hier konnten wir eine Menge über die omanische Kultur lernen. Zur verabredeten Zeit trafen wir uns mit Badar und fuhren zum Palast. Dort erzählte er uns ein wenig über den Sultan und die umliegenden Burgen. Doch er wollte uns noch viel weiter fahren und so kam es, dass wir eine riesige kostenlose Stadttour bekamen. Wir sahen uns sämtliche Stadtteile an, wurden zu den besten Fotoplätzen gebracht und unterhielten uns über das Leben im Oman. Als Gegenleistung wollte er viel über Deutschland und unser Leben wissen. Wir fuhren nach Sidab, dem Hafen und anschließend zum alten Teil Maskats – wir bekamen sogar ein Blick von oberhalb der Berge. Weiter ging es zum Parlament in Al Bustan, und zurück nach Ruwi, weiter zum Stadtteil Qurum. Mittlerweile war es Nacht. Nachdem wir einen riesigen beleuchteten Golfplatz von oben besichtigt haben, ruhten wir uns kurz am Strand von Qurum aus. Anschließend ging es zum Royal Opera House und erneut zur Großen Moschee. Auf dem Heimweg hielten wir an einem Coffee Shop, aßen gemeinsam Shawarma und durften nicht bezahlen! Dann brachte uns Badar heim. Seit dem Museumsbesuch waren fast vier Stunden vergangen. Zu allem wurden wir eingeladen und mussten/durften nichts bezahlen. Die Omani sind unglaublich freundlich, können meist ein sehr gutes Englisch, sind extrem stolz auf den Fortschritt ihres Landes und wollen es gern zeigen und sich mit Fremden über ihr Land und andere Länder unterhalten. Uns fiel es schwer, solche wahnsinnig netten Gesten anzunehmen. Doch wir sind froh, es getan zu haben und konnten durch die Gespräche viel über das Leben und die Kultur der Omani erfahren!

Den nächsten Tag verbrachten wir entspannt, besuchten den Fischmarkt und wanderten noch einmal durch die vielen unbekannten Gassen der Stadt, wo wir wieder neue Plätze entdeckten und tolle Ausblicke über die Dächer der Stadt erhielten. Auch heute lernten wir wieder einen redseligen Taxifahrer kennen, der eine Weile mit uns mitlief.


Das ist übrigens Shiraq. Er Verkauft das iPhone 6 für 150 Euro 🙂 !

Oman_Shiraq02

Und für Lisa hat die Anne bereits ein Pappkamel geboten bekommen.

Allerliebste Grüße von Anne & Lisa

Zu allen Oman-Bildern

Neue Beiträge

Kategorien

Anne Matthes Verfasst von:

4 Kommentare

  1. Felix
    5. April 2016

    Wahnsinn!!!!!! Ohmann Oman….Und ich kann jetzt gar nicht schlafen, weil ich so aufgeregt bin. Eure Erlebnisse sind ja jetzt schon der Hammer! Liebe Grüße in die Sonne!!

  2. Nico Wohlfarth
    6. April 2016

    Ist ja echt Wahnsinn was ihr in der kurzen Zeit schon alles erleben durftet 🙂 Da drücke ich euch die Daumen das es in den kommenden Ländern auch so wird! Außerdem wird man beim lesen direkt neidisch 😀

    Viel Spaß bei euren nächsten Abenteuern (und erfreut uns bald wieder mit neuen Geschichten 🙂 )

  3. MuV Matthes
    6. April 2016

    Tolle Geschichte und Fotos. Wir freuen uns, dass es euch so gut geht.
    Viel Spaß weiterhin und gute Weiterreise,

  4. Felix
    6. April 2016

    Wie war der Wüstentrip?

Die Kommentare sind geschlossen