Zwischen Sand und sonderbar

Für den fünften Tag unseres Oman-Aufenthalts stand nun eine Exkursion außerhalb von Maskat an. In der Stadt hatten wir bereits alles erkundet bzw. gezeigt bekommen. Bereits am Vortag waren wir früh aufgestanden, um einen Ausflug bei dem BigBus Muscat zu buchen. Unter dem Titel „Escapade in Sand“ stand uns nun eine Jeep-Tour in die Wüste bevor. Wie vereinbart wurden wir am entsprechenden Tag um 8:30 Uhr abgeholt. Nicht wie erwartet mit einem Bus voller Touris, der uns an den Rand der Wüste fährt, sondern direkt mit dem Jeep. Mit an Board waren, natürlich neben dem Fahrer, zwei Philippiner, die uns am Tag zuvor das Ticket verkauft hatten. Selbst waren sie noch nicht in den Genuss der „Wüstensafari“ gekommen, was sich nun ändern sollte.

Nach einer zweistündigen Autofahrt, die uns durch die Sumali Gap brachte, welche die westlichen und östlichen Al-Hajars-Gebirge voneinander trennt, erreichten wir den Rand der Wüste. Damit waren wir an unserem Ziel: Die Wahiba Sands. Während der Fahrt führte die Straße an massiven Felsen, Palmenwäldern, vereinzelten Dörfern und auch ein paar freilebender Kamelen und Ziegen vorbei. Nun türmte sich vor uns eine endlose Weite an rotem Wüstensand auf.

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Bevor die Fahrt durch dem Sand beginnen konnte, mussten wir noch in einer Werkstatt in einem kleinen Dorf am Rande der Wüste Halt machen. Hier wurde Luft aus den Reifen des Jeeps gelassen, um somit besseren Halt im Sand zu haben. Nach ein paar Minuten ging es dann mit nahezu platten Reifen in Richtung der Dünen. Von dort aus durften wir zuerst ein paar Fotos machen, bevor die wilde Fahrt durch den roten Wüstensand begann. Im Zickzack drifteten wir durch ihn hindurch, sodass er in großen Wolken um uns herum aufgewirbelt wurde und den Jeep einhüllte. Ab und zu hielten wir an, um einen genaueren Blick auf die Landschaft zu werfen, Fotos zu machen und Kamele zu beobachten. Nach weiteren Fahrten machten wir an einer Beduinen-Unterkunft Halt, die lediglich aus Palmenblättern bestand. Im Inneren schmückten bunte Teppiche den Boden und die Wände. Hier konnten wir eine kleine Pause einlegen, um omanischen Kaffee zu trinken und Datteln zu essen. Sogar ein Kaninchen kam uns hier, zur großen Freude von Anne, besuchen. 🙂

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Danach machten wir uns wieder auf den Weg, drehten noch ein paar Runden durch den Sand und verließen die Wüste im Anschluss wieder. Nun stand uns noch eine ganz andere Station bevor: Wadi Bani Khalid. Dies ist ein kleines Oasenloch zwischen den Bergen. Dort konnten wir eine kurze Pause machen und schwimmen gehen. Das Wasser war äußerst erfrischend und wir hatten viel Spaß! Schaut euch dazu einfach die Bilder an!

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Anschließend ging es die gleiche Strecke zurück nach Maskat. Geschafft von den Erlebnissen wurden wir noch zu unserer Unterkunft gebracht. Den Abend entspannten wir: Während Lisa bereits ein ausgiebiges Nickerchen vor der Nachtruhe machte, recherchierte Anne noch nach dem Ablauf der nächsten Tage und bekam von unserem Gastgeber indischen Joghurt-Reis serviert. Lecker!

 

Am nächsten Tag fuhren wir mit unserem Gastgeber zum 40 Minuten entfernt gelegenen Strand in Yiti. Endlich waren wir somit auch im Arabischen Meer baden und uns etwas sonnen. Danach wurden wir wieder in die Stadt gebracht. Erneut trafen wir zwei Omani, die uns auf einen Kaffee einluden. Da wir sowieso einen trinken wollten und bisher nur nettes von den Omani erfahren haben, sagten wir zu. Am Ende wurden wir noch zum Abendessen eingeladen. Zudem wollte auch Badar (von der Taxitour durch Maskat) mit uns essen gehen und auch unser Host wollte für uns kochen. Verrückte Welt! Wir entschieden uns den letzten Abend jedoch allein an der Corniche zu verbringen, aßen ein letztes Mal Shawarma und genossen die kühle Abendluft.

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Nach einer Woche in Maskat war für uns bereits am 08.04. der erste kurze Abschnitt unserer Reise beendet. Da der Flug erst gegen 21 Uhr ging, entschlossen wir uns noch einmal zur Hafenpromenade zu gehen und das große RedBull-Formel1-Event anzuschauen: Hier sollten ab 14 Uhr bekannte Formel1-Fahrer, wie David Coulthard, ihr Können unter Beweis stellen. Leider gestaltete sich dieser Vormittag anders als erwartet: Der sonst so blaue Himmel war von grauen Wolken bedeckt und schon bald zog ein heftiges Gewitter auf. Daraufhin kletterten wir mit den Omani über einen Zaun und suchten Schutz in einem Miniatureisenbahntunnel eines Kinderverknügungsparks. Von außen ertönten mit etwas Verspätung laute Motorengeräusche. Als der Regen nachließ, ergriffen wir die Chance, aßen wir noch einen Burger und begaben uns auf den Heimweg. In unserer Unterkunft angekommen schnappten wir unsere gepackten Rucksäcke und machten uns auf den Weg. Ohne lange Wartezeit hielt auch schon ein Taxi am Straßenrand, das uns zum Flughafen fuhr. Dort kamen wir noch vor der geplanten Zeit an, sodass alles reibungslos ablief und er Flieger uns schließlich nach Bangkok brachte.

Tschüss Maskat! Mit dem Oman und seiner Hauptstadt haben wir ein Land kennengelernt, dessen Menschen uns vor allem durch ihre freundliche und offene Art in Erinnerung bleiben. Manchmal war es jedoch auch sehr anstrengend, die netten Angebote auszuschlagen. Anders als von uns für ein Land des mittleren Ostens erwartet wurde, gehen die Bewohner vollkommen offen mit ihrer und anderen Kulturen um. Im Gegensatz zu zuvor Gelesenem, war es z. B. kein Problem im Bikini zu baden. Auch sind die muslimischen Frauen entweder nur mit leichtem Kopftuch bekleidet oder vollkommen in die Burka verhüllt auf den Straßen zu sehen. Es gibt eine komplett gleichgestellte Rolle der Frau und selbst die Homosexualität wird vollkommen akzeptiert – so haben wir es erzählt bekommen und auch erlebt. Interessant ist auch, dass Trinkwasser teilweise mehr kosten als Benzin! Auch fanden wir den Kontrast der arabischen Männer im traditionell getragenen Dishdasha und mit iPhone oder Spiegelreflex in der Hand sehr witzig.

Eure Anne & Lisa

 

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Anne Matthes Verfasst von:

4 Kommentare

  1. Olaf und Heike
    9. April 2016

    Es ist eine Freude eure Reiseberichte zu lesen, so an den Erlebnissen teilhaben zu können. Viel Spaß weiterhin.

  2. Nico Wohlfarth
    10. April 2016

    Wieder ein schöner Beitrag 🙂 Es macht immer wieder Spaß eure Erlebnisse ein bisschen miterleben zu können 🙂 Viel Spaß in Thailand!

  3. Felix
    10. April 2016

    Coole Pics!!! Danke!! Ich vermisse aber Foodporn ….unbedingt in Thailand nachholen, bitte!! Das ist echt verrückt, dass hier Realität und das, was man so liest, doch auseinander gehen. Und danke für die Voicemail mit dem Gesang des Muezzin. Das unterstreicht die Atmosphäre richtig gut 🙂

    Bitte so weitermachen und viele tolle Erlebnisse!

    رحلة سعيدة!

  4. Alexandra S.
    12. April 2016

    Wahnsinn, das war ja ein echt schöner Start in eure Abenteuerreise. Ich hoffe für euch das es so weitergeht. Ich wünsche euch aufjedenfall weiterhin viel viel Spaß und genießt es weiterhin. Und macht unbedingt weiterhin so viele und tolle Bilder. Man hat das Gefühl dabei gewesen zu sein 😉

    Liebe Grüße

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