Buntes Bangkok

Am 9. April landeten wir bei Sonnenaufgang in der thailändischen Hauptstadt. Unsere Erwartungen an Bangkok waren unterschiedlich: Zum einen waren wir gespannt auf die fremde Kultur und die Menschen, zum anderen stellten wir uns auf eine überfüllte, hektische und kochende Stadt ein. Nach der Beendigung der üblichen Flughafenprozeduren machten wir uns auf den Weg in unser Hostel (The Aris Hostel), mitten im Zentrum. Mit der City Rail fuhren wir in die Stadt und bekamen an der Haltestelle den traditionellen Morgenappell mit der Nationalhymne Phleng Chat mit, bei dem alle Thais aufstanden und wie eingefroren inne hielten. Mit dem Ende der Hymne setzte sich das beschäftigte Treiben fort.

Mit dem Taxi ging es anschießend zum Hostel – wie in Maskat wieder nur mit Nachfragen am Straßenrand, da der Taxifahrer unsere Straße nicht kannte. Knapp zwei Stunden nach unserer Landung und einer Nacht ohne Schlaf mussten wir nun noch 5 Stunden warten bis wir endlich unsere Zimmer beziehen konnten. Dabei lief uns schon in der Hostel-Lobby unaufhörlich der Schweiß – trotz vieler Ventilatoren! (Info: Leider herrschte in den östlichen Teilen des Landes aufgrund des Wetterphänomens El Niño Dürre. Wir sind im wärmsten Monat hier!)

Nachdem wir uns ausgeruht hatten, verließen wir unsere Unterkunft für die Suche nach Essen und machten eine erste Erkundungstour. Bereits bei unserer Taxifahrt waren uns die vielen kleinen Straßenstände und Garküchen aufgefallen, die bereits ab 08:00 Uhr den Straßenrand säumen und Essen verkaufen: Frisches Obst, Säfte, Pad Thai, gegrillte Fleischspieße und Fisch sowie Suppen und vieles mehr! Die Auswahl und die Preise versüßen unsere Zeit in Thailand: Ein Teller Bratnudeln kostet zum Beispiel nur 75 Cent.


Das Hostel befindet sich in der Rambuttri Road, die voll mit Straßenverkäufern, Kleider- und Souvenirhändlern, Bars und Backpackern sind. Parallel dazu verläuft die Partystraße Bangkoks schlechthin: Die Khao San Road. Bevor wir diese erkundeten machten wir uns jedoch zuerst auf den Weg zum Fluss Chao Phraya und kamen an einem nahegelegenen buddhistischen Tempel vorbei, dem Wat Bowonniwet Vihara. Von diesen gibt es in Bangkok unzählige. Jede einzelne Tempelanlage zeichnet sich durch unfassbaren Prunk, Goldverzierungen und zahlreichen Buddha-Statuen aus. Beim Betreten des „Hauptgebäudes“ der Tempelanlagen, dem Ubosoth, muss man die Schuhe ausziehen sowie Knie und Schultern bedeckt haben. Darin befindet sich meist eine riesige, vergoldete Buddha-Statue, die von vielen weiteren Figuren und Blumen umgeben ist. Auch Wände, Decken und Fenster sind prunkvoll verziert. Meistens wirkt dies jedoch ziemlich kitschig.



Danach ging es noch zum Fluss und wir genossen dort die Abendstimmung. Auf dem Heimweg schlenderten wir noch durch kleine Gassen und an den vielen Ständen vorbei. Anschließen besuchten wir die Khao San Road. Hier treiben sich hauptsächlich Backpacker herum. Am Straßenrand werden neben den bereits bekannten Ständen auch gefälschte Ausweise, Lachgas, Fahrten zu „PingPong“-Shows und Insekten angeboten. Vor allem ist es hier aber unheimlich laut. In jeder Bar herrscht Disco-Lautstärke – Unterhaltungen waren dort unmöglich. Für die feierwütigen Backpacker machte dies jedoch das Tanzen auf der Straße möglich. Fürs erste hatten wir genügend Eindrücke von Bangkok gesammelt.

Für den nächsten Tag hatten wir uns das Sightseeing-Programm vorgenommen: Den Königspalast und die beiden nahegelegenen Tempel Wat Pho und Wat Arun. Mit unserem Frühstück, süßem Reis mit Mango, machten wir uns auf den Weg und wurden tatsächlich von einem Tuk-Tuk-Fahrer für eine Sightseeing-Tour überredet. Wir ließen uns darauf ein und hofften, dass es nicht nur eine Fahrt von Souvenirladen zu Souvenirladen wurde. Wir hatten Glück! Neben unseren geplanten Zielen wurden wir noch zu zwei weiteren Tempeln gebracht, bei denen es einen 25 Meter hohen stehenden Buddha (Wat Intharawihan) sowie einen sitzenden Buddha zu bestaunen gab. Im Wat Pho sollte uns zudem noch ein liegender Buddha erwarten. Toll! 😉

Der Königspalast war von Touristen überfüllt, warum wir entschieden, diesen nur kurz von außen zu betrachten. Somit blieb uns mehr Zeit für den angrenzenden Tempel Wat Arun, der sich aus vielen verschiedenen Tempelhäusern und Prangs zusammensetzt. Das Highlight: Ein 46m Meter langer Buddha – komplett vergoldet. Auf dem Heimweg schauten wir uns noch eine Parade an, die anlässlich des Buddha- und Gouvernement-Days stattgefunden hat.



Nachdem wir den kompletten Tag bei 37 Grad verbracht hatten und es nun gegen Abend endlich auf 30 Grad „abkühlte“ machten wir uns frisch, um auf der Khao San Road Essen zu gehen und das Nachtleben zu genießen. Als erstes kamen wir an einem Fisch-Spa vorbei und ließen unsere Füße verwöhnen. Das wollten wir uns bei den preiswerten thailändischen Angeboten nicht entgehen lassen und bekamen im Anschluss noch eine Fußmassage.

Nun nahmen wir unseren ganzen Mut zusammen und stellten uns der Herausforderung: Insekten essen! Wir entschieden uns für eine Portion Grillen. Wir haben uns tatsächlich getraut! Sie schmecken im Übrigen einfach nur sehr salzig und verdammt trocken. Nicht besonders schlimm, aber definitiv auch nicht lecker – Pappe isst man ja auch nicht. Zudem hat man ständig ein paar Fühler und Beinchen zwischen den Zähnen. Aus diesem Grund mussten wir unseren Teller unbedingt mit anderen Backpackern teilen. Schnell fanden sich ein paar mutige Leute, die die Tierchen nach viel Zureden probierten. So kamen wir auch mit drei Franzosen in Kontakt, mit denen wir ein paar Cocktails tranken und den Abend verbrachten.

Am dritten Tag in Bangkok machten wir uns auf den Weg zum Wat Arun, der Tempel, den wir am Vortag doch nicht mehr besucht hatten. Der Weg dorthin gestaltete sich jedoch schwierig. Zuerst war der Fährfahrplan veraltet und uns setzte die Fähre nicht auf der richtigen Seite des Ufers ab, dann verirrten wir uns in den engen Gassen von Bangkok. Dazu kam noch die riesige Hitze. Mit einiger Hilfe von Anwohnern und einem Beutel voller Eis überstanden wir dies jedoch und fanden am Ende auch zum Tempel. Wat Arun besteht aus einem großen und vier kleine Prangs, die aufwändig mit Fließen verziert und von vielen Statuen umgeben sind. Außerdem gibt es hier den Smaragd-Buddha zu bestaunen.

Für den Heimweg nahmen wir uns ein Tuk-Tuk, gingen noch einmal unsere Straßen entlang und Lisa gönnte sich eine Kokosnuss. Anschließend vielen wir geschafft in unsere Betten. Am nächsten Tag stand nun die Weiterreise nach Chiang Mai an. Wir packten unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg. Die üblichen Verkäufer und Stände waren in den Hintergrund gerückt. Die Straßen waren nun von Absperrzäunen gesäumt. Grund dafür war das thailändische Neujahrsfest, das vom 12. bis 15. April stattfindet. Die Thais veranstalten dabei ein großes Festival und machen viele Wasserschlachten. Mehr dazu sollte uns jedoch in Chiang Mai erwarten, wohin uns ein Nachtzug brachte!


Allerliebste Grüße aus der Welt!
Anne & Lisa

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Anne Matthes Verfasst von:

6 Kommentare

  1. Nico Wohlfarth
    15. April 2016

    Schöne Bilder und auch wieder tolle News! 🙂 Ich kann ja gar nicht fassen, dass die Lisa Insekten isst 😀 Dabei seid ihr noch gar nicht so lange weg und schon ändern sich ihre Esskulturen 😉

    Viel Spaß weiterhin in Thailand und beehrt uns bald wieder mit neuen Neuigkeiten 🙂

  2. MuV Matthes
    15. April 2016

    Gut für uns, dass wir nicht so schwitzen müssen.
    Ansonsten kann man schon neidisch werden, vor allem aufgrund der leckeren gegrillten Tierchen, auf die wir hier verzichten müssen.
    Wieder ein gelungener Beitrag für uns hier im verregneten Deutschland.
    Genießt weiterhin die Zeit und schickt fleißig Fotos ins Netz.
    Liebe Grüße MuV

  3. Olaf und Heike
    16. April 2016

    Jetzt ist Schwitzen angesagt und die leckeren Insekten! Wieder neue Eindrücke und tolle Fotos, macht weiter so. Wir wünschen euch weiterhin eine schöne Reise. LG.

  4. Felix
    16. April 2016

    Die Spinnen … lecker! haha! Die müsst ihr noch probieren!!! Ich lese überall „Tattoo“. Lasst ihr euch eins stechen? 😉

  5. Anne
    18. April 2016

    Vielen Dank für all eure netten Kommentare! Wir freuen uns immer riesig darüber!
    Schwitzen ist tatsächlich angesagt! Es läuft einfach nur! 🙂

    Die Spinnen werden wir vermutlich nicht probieren, auch keine Kakerlake!! Ich habe zwar schon die erste heldenhaft getötet und es hat eine ganze Weile bis zum endgültigen Tod gedauert, aber essen? Nein danke! 😀 Skorpion soll allerdings gut schmecken… aber noch kann ich mich nicht ganz überwinden.

    Tattoos stehen auch nicht auf dem Programm. Allerdings hat Lisa gelesen, dass keiner Peru ohne ein Tattoo verlässt. Ich bin gespannt, aber bis dahin ist ja noch Zeit! 😉

  6. Mathias
    27. April 2016

    Hallo, hier ist Mathias, der Cousin von Anne’s Mama Annette 🙂 Bangkok ist ein Traum! Zwei Empfehlungen: unbedingt tagsüber eine Bootstour ( 1 Stunde sollte ok sein ) durch die Kanäle/Flussarme machen, das ist sehr sehenswert. Am besten ab Taksin Brücke nach Boot fragen. Kostes so umgerechent 10-15 €. Am Abend mal auf den Asiatique Market gehen. Shopping-Kleingedöns ohne Ende, auch nette Restaurants + ein Riesenrad. Direkt am Fluss. http://www.thaiasiatique.com/index.php/en/view/page/index

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