Happy New Year Chiang Mai

Am 14.04. fuhren wir mit dem Nachtzug von Bangkok in den Norden Thailands. Unser Ziel war Chiang Mai, auch „Rose des Nordens“ genannt. Die Fahrt dauerte 13 Stunden, war aber sehr angenehm. Zum Sonnenaufgang durchquerten wir bereits den Dschungel. Mit dieser beeindruckenden Landschaft – irgendwo im Nirgenwo – wurden wir geweckt. Am Bahnhof von Chiang Mai wurden wir abgeholt und zusammen mit anderen Backpackern (der Zug war voll davon!) zu unserem Hotel (BMP Residence) gebracht. Dort ruhten wir uns eine Weile aus und begaben uns anschließend auf eine kleine Tempel-Besichtigungstour. In Chiang Mai kommen auf 140.000 Menschen etwa 200 Tempel – immer vergoldet, bunt und voller Buddhas! Die Thais sind echt verrückt.

Auf unserem Weg zum Stadtzentrum mussten wir bereits nach fünf Minuten wieder umdrehen, da wir komplett durchnässt waren: Wir befanden uns während des Songkran-Festivals in der Stadt, dem thailändischen Neujahrsfest. Dieses findet vom 13. – 15. April statt (wobei die Thais gern ein bisschen eher und auch ein bisschen länger feiern).
Währenddessen wird eine riesige Wasserschlacht auf den Straßen veranstaltet. In unserer Unterkunft bereiteten wir uns nun etwas besser darauf vor. Wir nahmen nur das Wichtigste mit und packten es gut in Plastiktüten ein. Schweren Herzens musste auch Annes Kamera zu Hause bleiben. Dann ging es erneut los! Schon nach wenigen Schritten waren wir wieder bis auf die Unterwäsche durchnässt. Mal wurden wir mit dem Wasserschlauch bespritzt, manchmal mit Wasserpistolen beschossen oder auch mit einem Wassereimer voller Eis- oder Tümpelwasser übergossen (man weiß also nie, ob der nächste Schauer warm oder eiskalt ist) – damit ließen sich jedoch die 40 Grad durchaus ganz gut aushalten!


Die größte Wasserschlacht fand auf dem Außenring der quadratisch aufgebauten Innenstadt von Chiang Mai statt. Auf diesen rollten langsam hunderte Jeeps entlang, auf denen mindestens fünf Menschen mit Eimern oder Wasserpistolen bewaffnet standen, um die feiernde Menge von oben nasszuspritzen.
Trotz des Trubels erreichten wir dennoch einige Tempel, in denen wir wieder etwas trocknen konnten, um beim Verlassen gleich wieder nass zu werden. Unter den Tempeln war auch der Wat Chedi Luang, der neben kleineren Tempelhäusern und Buddha-Statuen vor allem mit einer riesigen Tempelruine beeindruckt.
Auf dem Heimweg mischten wir uns noch einmal unter die fröhliche Festivals-Gesellschaft.

Der nächste Tag begann wieder früh: Wir hatten einen Tagestrip zum Goldene Dreieck geplant, also zur Dreiländergrenze von Myanmar, Laos und Thailand. Um 07:30 Uhr begann der Ausflug. In einem Mini-Bus standen uns nun insgesamt sieben Stunden Fahrt bevor, die Lisa auf der Rückbank mit zwei übergewichtigen Italienerinnen verbrachte, die ihr Nickerchen auch gern auf ihrer Schulter hielten – bei 40 Grad Außentemperatur und mangelhafter Belüftung im Bus nicht immer der beste Platz.

Unsere erste Station war eine heiße Quelle, bei der das Wasser heiß aus der Erde sprudelte, sodass man darin sogar Eier kochen konnte – keine Abkühlung für uns! Anschließend ging es zum Wat Rong Khun, dem Weißen Tempel in Chiang Rai. In dessen Inneren waren die Wände mit Comic-, Videospiel- und Filmfiguren bemalt. Damit traf der (private) Tempel nicht so unseren Geschmack. Aufgrund der Feiertage waren die Tempel voller Thais und Touristen und in diesem Tempel natürlich ganz besonders.

Die nächste Station war bereits das Goldene Dreieck. Hier machten wir eine Bootsfahrt auf dem Mekong, dem längsten Fluss Asiens, bei der uns die Ländergrenzen gezeigt und etwas über den Opiumhandel erzählt wurde: Zwischen den drei Ländern befinden sich kleine Inseln auf dem Fluss, die keinem Land gehören. Diese Freiheit ermöglicht bis heute den Anbau von Schlafmohn zur Heroinherstellung.

Bevor wir mit dem Boot wieder anlegten machten wir noch einen Stopp in Laos, wo wir einen kleinen Markt besuchten und Whiskey probierten. In diesem waren jedoch unter anderem Schlangen, Geckos, Schildkröten oder auch ein Tigerpenis eingelegt. Wir beließen es bei einem Schluck Kobra-Whiskey, schlenderten noch ein wenig über den Markt und setzten anschließend wieder nach Thailand über.

Nachdem wir uns am Buffet den Bauch vollgeschlagen hatten, fuhren wir wieder Richtung Chiang Mai. Auf dem Heimweg besuchten wir noch ein Dorf der thailändischen Urbevölkerung: Das Long-Neck-Village. Die Frauen hier haben ein bizarres Schönheitsideal, das darin besteht, ihre Hälse mit Ringen (je älter sie sind, desto mehr Ringe) um den Hals optisch und auch physisch zu verlängern.

Zurück in unserer Unterkunft genossen wir noch ein Chang-Bier und lauschten dem Live-Sänger. Er tritt hier jeden Abend auf, ist sehr witzig und so langsam können wir schon seine Lieder mitsingen. 🙂

 

Beste Grüße
Lisa & Anne

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Ein Kommentar

  1. Felix
    19. April 2016

    Wo ist ein Foto von Lisa zwischen den zwei dicken Italienerinnen 😉 ?? Das hätte ich sehr gern gesehen! Coole Tour habt ihr da gemacht. Der Nachtzug war sogar richtig komfortabel – ganz anders als in Viet Nam. Liebe Grüße!!

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