Von Kuala Lumpur nach Melaka

Am Ende unserer Reise durch Malaysia besuchten wir endlich die Hauptstadt. Nachdem wir bereits weite Teile des Landes bereist und verschiedene Facetten kennengelernt hatten, lernten wir noch einmal eine komplett andere Seite kennen: Kuala Lumpur ist eine Metropole, die sich vom Rest des Landes abhebt. Zwischen Wolkenkratzern und Shopping-Meilen wirkt die Stadt unfassbar modern und fortschrittlich. Die Petronas-Twin-Towers ragen als Wahrzeichen von Malaysia hoch hinaus und die Mono Rail schwebt über den Straßen der Stadt hinweg, auf denen ein reges Treiben herrscht. Die kostenlosen GoKL-Busse brachten uns von A nach B und auch sonst gibt es ein zuverlässiges öffentliches Verkehrsnetz. Die Stadt wirkt im Vergleich zu Bangkok organisierter und sauberer.

Nach unserer Ankunft, einem Kaffee und der ersten fragwürdigen Bekanntschaft am Busbahnhof fanden wir schnell unser Hostel in einem der beliebtesten Backpacker-Viertel der Stadt (Bukit Bintang). Von hier aus besuchten wir noch am ersten Abend die Petronas-Twin-Towers, die wir bereits von unserer Dachterrasse sehen konnten. Dabei wurden wir von Halim aus Algerien begleitet, den wir kurz zuvor im Hostel kennengelernt hatten. Nach ein paar Pflichtfotos vor den Türmen gingen wir zu einem kleinen künstlichen See auf der anderen Seite der Türme, wo wir ein buntes Wasserspiel beobachten konnten. Im Anschluss gab es noch leckeres Roti Canai (indisches Fladenbrot mit Soße) in einem indischen Restaurant und später kostelenlose Cocktails zur Ladies Night in einer Barstraße.

Am nächsten Tag besuchten wir die Altstadt und den Unabhängigkeitsplatz. Wieder einmal wurde der europäische Einfluss während der Kolonialzeit deutlich. In Chinatown aßen wir in einem der typischen Restaurants, kauften auf dem Central Market ein und besuchten einen hinduistischen Tempel, der sich durch seine farbenfrohen Malereien und Figuren von den buddhistischen Tempeln unterscheidet.

Am nächsten Tag nahmen wir den Zug zu den Batu Caves, einer großen Höhle, in der sich ein hinduistischer Tempel befindet. Der Aufstieg zur Höhle wird von einer riesigen goldenen Statue bewacht. Hier wurden wir auch wieder von Affen in Empfang genommen. Während unseres Besuchs regnete es bereits in Strömen. Das Ende des Tages ließen wir bei einer Folge Tatort mit Bier und Chips auf der Dachterrasse ausklingen.

Am dritten Tag in Kuala Lumpur besuchten wir den botanischen Garten und das darin befindliche Planetarium, wo wir uns einen Film über das Weltall ansahen. Am Abend besuchten wir erneut die Petronas-Towers und die Wasserspiele.

Unser letztes Ausflugziel war das malaiische Nationalmuseum. Nachdem unsere Köpfe mit dem geballten Wissen über die malaiische Geschichte gefüllt waren, kamen wir noch an der Nationalmoschee und der Kuala Lumpur Train Station vorbei. Bei einem Kaffee wollten wir den Nachmittag gemütlich ausklingen lassen, bevor wir zu unserer Unterkunft zurückkehrten. Daraus wurden jedoch zwei Kaffee, um den plötzlichen Sturzreden abzuwarten. Am frühen Abend kamen wir endlich zu Hause an, nachdem wir letztendlich doch klitschnass eine Stunde mit dem Bus im Stau gestanden hatten und von der eiskalten Klimaanlage durchgefroren wurden.


Kuala Selangor

Ein weiteres Highlight unserer Reise sollte der Besuch des Firefly-Parks in Kuala Selangor werden, um Glühwürmchen zu sehen. Wir nahmen den Bus von Kuala Lumpur und verbrachten eine Nacht in der Stadt. Die Suche nach der Unterkunft gestaltete sich aber etwas chaotisch: Vom Bus wurden wir wieder an irgendeiner Tankstelle herausgeworfen. Von dort versuchten wir, unsere Unterkunft per Fuß zu erreichen. Jedoch leiteten uns das GPS und die Offline-Karte auf unseren Handys zum falschen Ort. So fragten wir eine Frau nach dem Weg, die kurzerhand ihre indische Nachbarin herbeirief. Im Handumdrehen saßen wir mit unseren großen Rucksäcken auf deren Mopeds und fuhren über die kaputten Straßen von Selangor. Irgendwann verloren sich die beiden Fahrzeuge. Vor dem vermeintlich richtigen Hotel wartete Lisa auf Anne – vergeblich. So wurde kurzerhand der Rucksack in der Unterkunft abgestellt und schon wieder ging es auf dem Moped weiter! Am anderen Ende der Stadt stand dann Anne an einem anderen Hotel mit richtigen Namen. Hier fragten wir nach, ob eine Buchung vorliegt. Das konnte jedoch trotz Whatsapp-Nachfrage durch die Rezeption nicht geklärt werden. Hier wurde uns aber gesagt, dass es auf der anderen Seite der Stadt noch ein Hotel mit gleichem Namen gibt. So machten wir uns geschlossen auf den Weg. Lisa holte ihren Rucksack ab, der natürlich noch am falschen Ort stand und Anne fragte bei der anderen Unterkunft schon einmal nach, ob wir hier gebucht hatten und nun richtig sind. Diesmal bekam sie ohne Nachfrage nach dem Namen oder der Aufenthaltsdauer einfach den Zimmerschlüssel in die Hand gedrückt – wir wurden wohl bereits erwartet. Bezahlt war ja schon…

Nach dieser Odyssee suchten wir nach der Bushaltestelle, um den Rückweg nach Kuala Lumpur zu organisieren. Dabei kamen wir an einer Moschee, einem Nachtmarkt und einem riesigen Supermarkt vorbei, in dem wir uns mit Frischhaltefolie für den nächsten Flug und Vollkornbrot (!!) sowie Avocados für das nächste Frühstück eindeckten.

Am Abend besuchten wir dann den Firefly-Park. Auf einem kleinen Boot wurden wir am Flussufer herumgefahren, um die leuchtenden Punkte zu sehen, die in den Bäumen saßen. Die Glühwürmchen schlürften den Saft aus den Blättern und blinkten dabei synchron im Takt. Das ganze Szenario erinnerte und an eine Weihnachtslichterkette.


Melaka

Nach unserem leckeren Avocado-Frühstück ging die Reise nach Melaka. Nach der holprigsten Busfahrt unserer ganzen Reise kamen wir in Kuala Lumpur an, wo wir mit der Mono Rail zum Busbahnhof und von dort endlich nach Melaka fuhren.

Melaka trägt mit ihren vielen Kolonialbauten das UNESCO Weltkulturerbe. Die Architektur ist dabei vor allem in Chinatown und der Jonker-Street vom niederländischen und portugiesischen Einfluss geprägt. In diesem Viertel bezogen wir auch unser Zimmer, das mehr oder weniger nur aus einem Doppelbett bestand, das von vier grauen fensterlosen Wänden umgeben war. Bei dem wackligen großen Ventilator an der Decke fühlten wir uns durchgehend um unser Leben bedroht.

Neben der Jonker-Street zählen zu den Sehenswürdigkeiten der Dutch Square, mit dem Victoria-Brunnen, dem Stadthuys (niederl. Rathaus) und einer Kirche, die St. Pauls Kirche und der Fort A Famosa. Diese hatten wir jedoch innerhalb des ersten Tages erkundet. Am zweiten Tag besuchten wir aus diesem Grund noch einen chinesischen Friedhof und verbrachten den restlichen Tag mit ausgiebigem Kaffeetrinken, Blog- und Recherchearbeiten. Dabei bot der Melaka-River eine schöne Kulisse. Also ein Tag reicht zum Besichtigen der Stadt vollkommen aus!

Die Abreise von Melaka war zugleich das Ende unserer wunderschönen Zeit in Malaysia. Hier hatten wir wirklich ein paar tolle Wochen mit vielen lieben Menschen, unserer Meinung nach noch freundlicher als in Thailand – trotz anstrengender Ramadanzeit. Malaysia ist nach unserer Erfahrung das echte Land des Lächelns!


Das gibt es noch zum Land zu sagen:

Die Menschen sind auch in den Touristengebieten nicht aufdringlich und verstehen auch ein „Nein“, sind tolerant, offen und gern interessiert an Gesprächen mit uns Reisenden. Dabei können die meisten verdammt gut Englisch sprechen.
Im Vergleich zu Thailand gab es zum Glück so gut wie nie Hunde, die frei umherliefen. Dafür jedoch etwas mehr Katzen mit gekürztem Schwanz. Der Grund konnte uns jedoch nie gesagt werden: Entweder bringt dies Glück oder den Katzen wird das Springen erschwert – wir wissen es nicht.
Zudem gab es in Malaysia viel weniger Touristen und so mussten wir für die verrückten Asiaten häufig selbst als Fotomotiv herhalten.
Besonders gefallen haben uns die Nachtmärkte, die gerade im Monat des Ramadan besonders groß und verführerisch mit unzähligen Leckereien und interessantem Essen aufgebaut wurden. So gut es ging, versuchten wir auch tagsüber den fastenden Muslimen nichts vorzuessen. Doch schnell bekamen wir auch mit, dass sich vor allem die Jugendlichen durch den Fastenmonat schummeln – auf Cola und Zigaretten konnten einige nicht völlig verzichten.
An Landschaft hat Malaysia einiges zu bieten: Inseln und Strände, Hochland mit Teeplantagen, Urwald und Großstadtdschungel. Vor allem aber ist das Land von unendlich weiten Palmenplantagen durchzogen.
Die Kultur wird neben dem Islam vor allem durch einen großen indischen und chinesischen Einfluss geprägt. Diese bringen neben leckerem Essen auch ihre Tradition und weitere Tempel ins Land. In den eigenen Stadtteilen (Little India und Chinatown) kann man immer wieder in andere Welten eintauchen.

Allerliebste Grüße
Anne & Lisa

Hier geht es zu allen Bildern von Kuala Lumpur und Melaka

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2 Kommentare

  1. Mathias
    4. Juli 2016

    Großartige Erlebnisse! Wie es scheint, seid Ihr stes auf Achse 🙂 Weiter so 🙂

  2. Olaf und Heike
    6. Juli 2016

    Einfach toll und die schönen Fotos. LG

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