Singapur

Die Aus- und Einreise von Malaysia nach Singapur war für uns mit zweistündiger Passkontrolle und mehrfachem Ein- und Aussteigen in und aus dem Bus verbunden. Vom malaiischen Festland brachte uns ein Bus über eine lange Brücke nach Singapur. Bei der Einreise stauten sich die vielen Busse voller Touristen und in der riesigen Halle des Immigration Centers warteten die Leute in langen Schlangen auf ihren Einreisestempel. Endlich angekommen erreichten wir eine vom restlichen Südostasien losgelöste „westliche“ Welt, die von strengen Regeln und Verboten dominiert wird. So ist neben der Einfuhr von Drogen und Schusswaffen auch Kaugummi strikt verboten und in der U-Bahn wird Essen und Trinken mit hohen Strafen geahndet. Kurios: Die überall beliebte Durian ist zwar ebenfalls nicht erwünscht, wird jedoch toleriert. Die Menschen können sich damit jedoch sehr gut arrangieren. Auch die damit erreichten Resultate (Sauberkeit und Ordnung) sind sehr beeindruckend.

Die Lebenshaltungskosten sind in Singapur relativ hoch. Umso mehr Glück hatten wir ein überaus günstiges Hostel gefunden zu haben. Dabei mussten wir jedoch in Kauf nehmen, dass unser gebuchtes 8-Bett-Zimmer nur ein Vorraum von einem weiteren Schlafsaal mit mindestens 16 Betten war. In der Nacht wurden wir nicht selten von dem Schnarchkonzert eines Inders wachgehalten (sogar das Bett hat gewackelt!!), der erst drei Uhr morgens das Zimmer betrat, sich dann jedoch durch nichts von seinem Schlaf abhalten lies. Wie in den meisten Hostels üblich, fiel auch hier das Internet von Zeit zu Zeit aus. Diesmal versammlten sich sogar 15 genervte Hotelgäste in der Rezeption. Das sind die kleinen und ständig wiederkehrenden Probleme unseres Reiselebens. 🙂

Unser erstes Ziel in Singapur waren die „Gardens by the Bay“, eine riesig Parkanlage mit Gewächshäusern und bepflanzten Supertrees, die im Dunklen bunt leuchten. Umgeben ist dieser Park von der futuristischen Skyline von Singapur. Besonders auffällig ist natürlich das Marina Bay Sands Hotel. Diese Highlights hatten wir bereits am Abend zuvor bei einem Spaziergang vom entgegengesetzten Ufer gesehen.

Wir besuchten hier die zwei Gewächshäuser. Im ersten wurde ein Wolkenwald, der ähnlich zum Regenwald nur in gewissen Längengraden vorkommt und nur in einer bestimmten Höhe gedeihen kann, simuliert. Im zweiten Gebäude gab es Blumen und Gewächse aus aller Welt zu sehen. Dabei war vor allem ein Feld voller weißer Lilien ein beliebtes Selfie-Motiv.


Im Anschluss besuchten wir das Wahrzeichen der Stadt: Den Merlion. Dieser ist halb Fisch (weil Singapur am Wasser liegt) und halb Löwe (Singapur bedeutet „Löwenstadt“) und wurde zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit von Malaysia errichtet. Jedoch stauten sich auch hier wieder unzählige Menschen auf der Aussichtsplattform, um Fotos und „witzige“ Selfies mit der wasserspeienden Statue zu machen.

So flüchteten wir vor den mit Selfie-Stäben bewaffneten Touris und suchten uns ein ruhiges Plätzchen, von dem wir die hereinbrechenen Nacht über der Skyline von Singapur beobachten konnten.

Den nächsten Tag schauten wir uns die verschiedene Gotteshäuser und Tempel der Stadt an. Vor einer Moschee in der Arab Street tranken wir Kaffee, in einem hinduistischen Temple bekamen wir indische Süßigkeiten geschenkt und in einer chinesischen Kirche wurden wir herzlich empfangen und herum geführt, nachdem wir zufällig am Ende des Gottesdienstes dazu stießen. Das Dach dieser Kirche war dem eines buddhistischen Tempels nachempfunden, damit sich die Chinesen in dieser „fremden“ Religion wohlfühlen. In Chinatown besuchten wir außerdem einen buddhistischen Tempel, der mit goldenen Statuen vollgestopft war und einen Zahn von Buddha als Relikt beherbergt.

Besonders beeindruckend war auch die schneeweiße Kirche, die St. Andrew’s Cathedral, im Herzen der Stadt, die neben den modernen Hochhäusern zur Skyline von Singapur beiträgt. Auch die kleine armenische Kirche St. Gregory besuchten wir. Sie ist die älteste Kirche und hatte im Gegensatz zur riesigen Kathedrale für uns einen besonderen Charme.




Hier kamen wir auch an der Nationalgalerie von Singapur vorbei, vor der junge Leute mit verschiedenen Trommeln viel Lärm und Stimmung verbreiteten. Dadurch erfuhren wir, dass die Galerie an diesem Tag kostenlos zu besuchen war. Dieses Angebot nutzten wir natürlich und lauschten einer Acapella-Gruppe, tranken seltsamen Nori-Tee im Café und genossen den Blick über die Stadt auf der Dachterrasse des Museums. Die von uns präferierte Ausstellung „Smoke and Mirrors“ stellte sich leider als Bar heraus. Peinlich, da wir wiederholt im Labyrinth der Galerien nach dem Weg gefragt hatten und es immer wieder aus Zeitgründen ablehnten uns die anderen Galerien zeigen zu lassen.

Den letzten Tag besuchten wir den botanischen Garten von Singapur. Das besondere Highlight war hier die nationale Orchideen-Ausstellung. Für den Abend machten wir uns schick und besuchten eine Bar auf dem Dach des Marina Bay Sands Hotels.


Als nächste Station liefen wir über den Steg zwischen den Supertrees bei den Gardens by the Bay und konnten so nochmal den ganzen Park, den Hafen und ein Teil der Skyline überblicken.

Da es sich hierbei um ein 5-Sterne Hotel handelt, ist natürlich auch das Klientel entsprechend und die Preise sehr hoch. Dennoch wollten wir uns den atemberaubenden Blick auf die Stadt bei Nacht nicht entgehen lassen. Mit unserem letzten Geld gönnten wir uns natürlich einen Singapur Sling und dachten mit 10S$ Puffer für die Servicegebühr auf der sicheren Seite zu sein. Leider überschritt die Rechnung unser Budget um ungerechnet 1€. Schade, dieser Plan ging wohl nicht auf. Dennoch war der Besuch der Flight-Bar ein ganz besonderes Erlebnis und auch der Ausblick bei Nacht nichts im Vergleich zu dem, was wir jemals zuvor gesehen hatten.

Im Anschluss liefen wir noch einmal durch die Gardens by the Bay um die leuchtenden Supertrees bei Nacht zu bestaunen. Damit gingen für uns ein paar faszinierende Tage in Singapur zu Ende.


Liebe Grüße
Anne & Lisa

Hier geht es zu den Singapur-Bildern.

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6 Kommentare

  1. MuV
    2. Juli 2016

    Wow!!!
    Immer wieder neue Berichte und Fotos für uns. Weiter so!
    Fühlt euch umarmt von uns! Liebste Grüße

  2. Oma Helga
    2. Juli 2016

    Hallo Anna, hallo Lisa,
    die beiden neuen Berichte haben Karin und ich mit viel Begeisterung gelesen.
    Auch die Fotos sind ja wunderschön. Da könnte man gleich neidisch werden.
    Wir freuen uns, dass ihr so viel zu sehen bekommt.
    Viele liebe Grüße aus Hoprie

    • Anne Matthes
      3. Juli 2016

      Hallo ihr lieben Hoprier!

      Und ich freue mich immer wieder, wenn ich eure Kommentare lesen kann! Danke für die positive Rückmeldung und als Antwort auf deine letzte Frage: Noch kommen wir mit unseren ganzen Erlebnissen nicht durcheinander. Aber ich schaue mir hier selbst immer wieder gern die Bilder an, um auch noch einmal an den Oman oder Bangkok zurückzudenken!

      Allerliebste Grüße!

  3. Mathias
    4. Juli 2016

    Ich freu mich, dass Ihr auf meinen Pfaden spaziert seid und die Tipps ( hoffentlich hilfreich waren. Ja, Singapore ist wirklich spektakulär, Als ich 2000 auf meiner Durchreise nach Australien das 1x da war, war es noch ein veschlafenes Nest. Wahnsinn was sich da getan hat. Und vom Ausblick auf die Stadt vom Marina Bay Sands habe ich nicht zu viel versprochen, oder ? Vergleichbar ist das eigentlich nur mit den Skylines in New York oder Hongkong.

  4. Olaf und Heike
    6. Juli 2016

    Singapur ist gigantisch, besonders bei Nacht . Beeindruckende Fotos. Liebe Grüße von zu Hause.

  5. Johna617
    21. September 2016

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