West-Java


Bandung

Nachdem Jakarta eher einen schlechten Start für unsere Indonesien-Reise darstellte, fuhren wir weiter nach Bandung. Der Zug durchquerte dabei eine atemberaubene Landschaft – so wie man sich Indonesien vorstellt.

In Bandung hatten wird die meisten Sehenswürdigkeiten jedoch noch am Tag unserer Anreise abgehakt. Aus diesem Grund hatten wir am nächsten Tag nicht mehr viel zu tun und widmeten diesen der Arbeit am Blog. In unserem Möchtegern-5-Sterne Hotel, das wir durch einen Buchungsfehler für den halben Preis bekommen haben, bekamen wir außerdem Hühnerhälse und Reis zum Frühstück serviert.


Cianjur

Von unserem nächsten Reiseziel, Cianjur, erhofften wir uns nun etwas mehr Action. Glücklicherweise wurden wir auch nicht enttäuscht!

In Bandung wurden wir von Donto abgeholt, der uns nach Cianjur brachte. Da er kein Englisch sprach, bekamen wir von ihm einen Zettel mit den wichtigsten indonesischen Sätzen, wie „Ich habe Hunger“ und „Ich muss auf die Toilette“, um uns mit ihm verständigen zu können.

Nach zweistündiger Fahrt erreichten wir den Ort, der fernab vom Tourismus liegt: Cianjur. Hinter einem riesigen blauen Tor war das Anwesen versteckt, das für die nächsten Tage unser zu Hause sein sollte. Hier wurden wir herzlich mit einer Portion Nudeln und einem Willkommensgetränk begrüßt. Und es gab tatsächlich noch andere Backpacker! Die Meisten von ihnen befanden sich jedoch noch auf einer Wanderung und so schlugen wir die Zeit auf der Terrasse tot und schauten dem HTWK-Team beim Roboterfußball im RoboCup zu. Den Abend verbrachten wir bei leckerem Essen dann endlich wieder in einer großen geselligen Runde. Das machte uns vor allem Vorfreude auf die folgenden Tage!

Das Cianjur Adventure Programm wird von dem „Hausherren“ Yudie betrieben, welcher den Weltentdeckern entfernt vom Tourismus das „echte“ Indonesien zeigen möchte und dafür verschiedene Wandertouren und Ausflüge anbietet. Diese Angebote nutzten wir natürlich auch. Am ersten Tag wanderten wir zum Nationalpark. Der Weg führte dabei zuerst an riesigen Feldern vorbei, auf denen verschiedenste Gemüsearten, wie Kohl, Karotten und Zwiebeln, angebaut wurden.

In den Regenwald gelangten wir über einen schmalen, steilen und vor allem rutschigen Pfad und gelangten schnell zu einem Wasserfall. Da sich im Dschungel einige wilde Tiere, wie Wildkatzen und ein aus Sumatra geretteter Tiger, befinden, hielten wir uns lediglich am Rande davon auf. Der weitere Weg wurde uns aber durch den Regen der Vortage erschwert.


Auf dem Rückweg bekamen wir ein üppiges vegetarisches Essen in einer kleinen Hütte vorgesetzt, das von den Einheimischen vorbereitet wurde. Sehr lecker! Mit vollem Magen ging es anschließend zurück, noch einmal an den Feldern vorbei und anschließend durch ein Dorf. Hier bekamen wir natürlich wieder das ein oder andere „Hallo“ von den Einheimischen und vor allem von den Kindern hinterhergerufen.

Am nächsten Tag reisten viele der anderen Gäste ab, so dass wir nur noch zu sechst in der Unterkunft waren. Gemeinsam begaben wir uns mit zwei Engländern und dem deutschen Pärchen, Matthias und Sarah, auf eine weitere Wanderung. Diesmal ging es zu einem abgelegenen ursprünglichen Dorf zwischen Reisfeldern. Wir spazierten über die Reisterrassen und wurden auch hier immer wieder freundlich begrüßt.

Auch an diesem Tag besuchten wir einen Wasserfall. Der Weg war jedoch um einiges aufregender: Erst mussten wir matschige Pfade durch den Dschungel bestreiten und anschließend barfuß in einem Bachlauf weiter gehen. Am Wasserfall angekommen, bestand zwar sie Möglichkeit zu baden, jedoch hatten wir uns bereits auf dem Weg ein paar Blutegel eingefangen, weshalb wir das Baden am Wasserfall lieber sein ließen. Lediglich Anne entkam den blutsaugenden Würmern ganz knapp!

Auf dem Rückweg ging es durch dichtes Gebüsch und hoch hinaus, sodass wir einen tollen Blick über das Bergland und natürlich auch über die Reisfelder ergattern konnten. Bevor es nach Hause ging, gab es wieder Mittagessen in einer der Hütten. Diesmal eine Art Reiskuchen mit Tofu.

Am Vormittag des nächsten Tages entschieden wir uns zum Floating Village zu fahren. Von zwei Guides wurden wir jeweils eine Stunde auf dem Moped zu unserem Ziel gebracht. Am See angekommen, stellte sich das Dorf auf dem Wasser eher als Stadt heraus! In einem der vielen Fischbecken bekamen wir ein kosteloses Fisch-Spa, tranken Tee in einem der schwimmenden Häuser und bekamen im Anschluss noch eine Kakao-Plantage gezeigt.


Dieser Tag war zugleich das Ende des Ramadan, das muslimische Neujahr und somit ein riesiges Fest für alle Muslime! Auch wir profitierten davon und bekamen ein riesiges Abendbrot vorgesetzt. Anders als eine Reisegruppe, die am gleichen Tag noch mit einem großen Reisebus ankam, durften wir am „Independent-Traveller“-Tisch sitzen.


Pangandaran

Am nächsten Tag stand uns wieder eine Odyssee bevor: Von Cianjur nach Pangandaran brauchten wir elf Stunden. Wir starteten um 04:30 Uhr und kamen nach Moped-, Bus-, Taxi-, Zug-, Rikscha-, Bus- und erneuter Rikschafahrt (Dejak) an unserer Unterkunft und somit im Bade- und Urlaubsort Pangandaran an.

An einem der vielen Küchen am Strand aßen wir Mittag und liefen im Anschluss den schwarzen Sandstand entlang. Baden war zu diesem Zeitpunkt verboten, da gerade die Flut wiederkehrte. Dazu hatten wir aber auch gar keine Zeit, da wir innerhalb von kürzester Zeit gleich wieder mehrfach als Fotomotiv herhalten mussten.

Unser Hauptziel in Pangandaran war ein Ausflug zum Green Canyon und dem Green Valley. Somit buchten wir direkt nach unserer Ankunft eine entsprechende Tour. Am Abend trafen wir Sarah und Matthias aus Cianjur wieder, die den Ausflug bereits gemacht hatten und davon schwärmten. Von den beiden erfuhren wir auch, dass unter den Punkt „Country Side“, der in der Tourbeschreibung mit inbegriffen war, die Fahrt auf Mopeds durch die indonesische Landschaft gemeint war – ganz zur Freude von Anne!

So standen wir also am nächsten Tag früh auf und wurden bereits zum Frühstück von einem unserer Guides begrüßt. Vor dem Tor standen schon die Mopeds bereit, die uns für diesen Tag als Fortbewegungsmittel dienten. Anne schnappte sich ein eigenes Moped und Lisa nahm auf dem Rücksitz des Guides Platz. Zusammen waren wir zwölf Personen, darunter vorwiegend Niederländer und Schweizer. Schon nach ein paar Metern Fahrt tauchten wir in die wunderschöne Landschaft von Indonesien ein, fuhren vorbei an Feldern, auf denen Erdnüsse und natürlich auch Reis angebaut wurden und sahen riesige Palmenplantagen. Aber wir mussten uns auch mutig unter den indonesischen Straßenverkehr mischen sowie schmale, steinige, rutschige und steile Wege durch den Wald meistern.

Die erste Station war eine kleine Hütte im Dschungel, in der ein Mann auf seiner Terrasse typische indonesische Holzmarionetten schnitzte, die unter anderem an das Königshaus verkauft wurden. Uns wurden die verschiedenen Charaktere vorgestellt, der Unterschied zwischen guten und bösen Figuren erklärt und zum Schluss auch eine kleine Kampfszene vorgespielt.


Anschließend ging es auf den Mopeds weiter zum Green Valley. Nach ein paar Schritten entlang der Schlucht durch das Grüne und über matschige, rutschige Wege, nach denen wir alle aussahen als hätten wir an einer Schlammschlacht teilgenommen, erreichten wir den Startpunkt für unser Canyon-Abenteuer.

Bereits hier befand sich der erste Wasserfall, von dem die Mutigsten unserer Truppe herunter springen konnten. Laut Anne war aber der Aufstieg zum Absprungpunkt dabei die eigentliche Herausforderung.

Von hier aus ging es nun schwimmend, springend, rutschend und auch kletternd (wenn man nicht springen wollte) die Strömung hinab.

Auf dem ersten Streckenabschnitt des Valleys waren wir ganz für uns allein und konnten die Ruhe und vor allem den tollen Anblick der Schlucht genießen. Am Ende dieses Teils gelangten wir an eine Höhle, in die wir einen Blick werfen, aber die wir nicht durchqueren konnten. Darum machten wir uns per Fuß zum zweiten Teil der Tour. Hier wimmelte es plötzlich von indonesischen Touristen, die sich alle in ihren Rettungswesten die Strömung heruntertragen ließen. Zwar können die Indonesier nicht schwimmen, was sie aber nicht davon abhält, aus sieben Metern Höhe ins Wasser zu springen. Verrückt. Und auch im Wasser haben sie stets ihre Handys dabei, weshalb wir auch hier immer wieder für ein paar Fotos herhalten mussten.

Als einzige Truppe ohne Schwimmweste bewegten wir uns also weiter den Fluss herunter, kamen wieder an ein paar Wasserfällen vorbei (an denen sich nun auch Lisa ins Wasser fallen lassen musste) und gelangten am Ende durch einen schmalen Kanal zurück zum Ausgangspunkt, wo uns ein leckeres Mittagessen erwartete – genau das richtige nach so einer (doch recht anstrengenden) Canyon-Tour! 🙂

Mit vollen Mägen setzten wir uns wieder auf die Mopeds und fuhren zum Green Canyon. Hier mussten wir erst ca. eine Stunde auf ein Boot warten, das uns zum Eingang des Green Canyon brachte. Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir auch endlich an. Die Jungs aus unserer Gruppe sprangen noch einmal ins Wasser, während die Mädels lieber im Boot blieben.


Den Heimweg mussten wir mit den Mopeds nun komplett im Dunkeln und auf den indonesischen Straßen antreten. Doch alle kamen problemlos und heil in der Unterkunft an. Insgesamt saßen wir an diesem Tag mehr als drei Stunden auf den Rollern. Am Ende des Tages fielen wir dann geschafft, aber glücklich, ins Bett.

Allerliebste Grüße
Eure Anne & Lisa

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Ein Kommentar

  1. Helga
    24. Juli 2016

    Hallo ihr Beiden,
    habe euren neuen Bericht mit viel Interesse gelesen. Da habt ihr ja wieder
    viel gesehen und erlebt. Auch die vielen Fotos sind schön anzusehen.
    Für die Weiterreise alles Gute und viele Grüße aus Hoprie

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