Yogyakarta

Das nächste größere Ziel unseres Indonesienaufenthalts war Yogyakarta, das Kulturzentrum von Java.

Mit dem Zug kamen wir in der Stadt an und suchten auf eigene Faust unseren Weg zum Hostel, der mal wieder etwas umständlich war. Ein überfreundlicher Bewohner der Zielstraße machte sich schließlich mit dem Motorrad für uns auf die Suche und wir sollten mit unseren großen Rucksäcken einfach vor seinem Grundstück warten. Nach zehn Minuten kehrte aber auch er erfolglos zurück. Nach längerem Suchen und wiederholtem Nachfragen erreichten wir aber dennoch bald das Ruhma Zen Homestay, wo wir vom Gastgeber Daniel freundlich empfangen wurden.

Den Abend verbrachten wir gemeinsam mit ihm, seinem Cousin Jack und zwei französischen Gästen auf dem Platz Alun Alun Kidul. Hier kann man sich auch kleine nachgebaute Fahrzeuge, wie den VW-Käfer, ausleihen und mit Pedalenantrieb, eigener Musik und kitschiger Beleuchtung des Wagens um den Platz fahren. Die Asiaten scheinen davon so begeistert zu sein, dass sich das Geld lohnt, eine Stunde dafür im Kreis um den Platz mit den anderen beleuchteten Autos im Stau zu stehen. Vor den Abendessen zeigte uns Daniel noch eine weitere lokale und skurrile Aktivität. Dabei muss man mit verbundenen Augen über den Platz laufen und versuchen dabei durch ein durch zwei riesige Bäume gekennzeichnetes Tor zu laufen. Wer das schafft, hat einen Wunsch frei. Also versuchen wir unser Glück und waren sogar erfolgreich!

Zurück im Homestay hatten wir zudem noch die Möglichkeit Luwak-Kaffee zu probieren. Dieser Kaffee wird den katzen-/waschbärenartigen Tieren zum Fressen verabreicht und mit weniger Bitterstoffen wieder aus deren Kot entnommen. Leckere Vorstellung! Es soll der teuerste Kaffee der Welt sein. Daniel selbst hält sich zwei Luwaks als Haustiere.


Der nächste Morgen begann für uns sehr früh: Noch vor vier Uhr wurden wir von unserer Unterkunft abgeholt um den Sonnenaufgang von einem Berg über dem Borobudur-Tempel zu sehen. Zwischen unzähligen anderen Touristen bot sich uns dabei ein atemberaubendes Bild. Den Tempel konnten wir zwar nur erahnen, denn es stieg dichter Nebel auf. Dafür war das Schauspiel am Himmel und zwischen dem beiden Vulkanen Merabu und Merapi am Horizont umso beeindruckender. Während der Himmel heller und roter wurde und alle gespannt auf die Sonne warteten, flutete eine große Wolke das Tal.

Anschließend ging es zum Borobudur-Tempel. Dieser ist ein riesiger, mehretagiger Steinkomplex, in welchen überall Szenen und Geschichten in den Stein gemeißelt wurden. Auf der obersten Etage befanden sich viele Prangs als „Steinkäfige“, in denen Buddha-Statuen saßen. Hier hatten wir kaum Zeit uns umzuschauen, weil wir wieder ständig für Fotos herhalten mussten.


Als nächster Stop stand der Prambanan-Tempel auf dem Programm. Auf der Hinfahrt platzte ein Reifen vom Bus, aber nach indonesischer Gelassenheit ging die Fahrt nach kurzer Pause weiter, halt nur etwas langsamer. Auch der zweite Tempel war wieder sehr beeindruckend. Auch hier gab es nicht weniger Touris und so erkundeten wir in Reih und Glied das Tempelgelände. Viele lose Steinhaufen zeugen noch heute von der Zerstörung vieler Tempelbereiche von einem früherem Erdbeben, bei dem auch der nahe gelegene Vulkan Merapi ausbrach.

Den nächsten Tag verbrachten wir mit Ausschlafen und anschließend einem Gang zum Friseur. Danach statteten wir der Malioboro Road einen Besuch ab. Dabei besuchten wir eine Galerie, in der Batik ausgestellt und verkauft wurde. Hier wurde uns auch der Fertigungsprozess für die typischen indonesischen Kunstwerke aus Baumwolle oder Seide gezeigt und erklärt.

Am nächsten Tag wollten wir den Aufstieg auf den Merapi-Vulkan wagen. Dieser Plan wurden jedoch durcheinander geworfen, da Lisa in der vorherigen Nacht Fieber bekam. Im Krankenhaus wurde ein Blutbild gemacht und Dengue-Fieber festgestellt. Somit musste Anne die Wanderung auf den Vulkan alleine vornehmen, während Lisa das Bett hütete. Wie Anne der Aufstieg gelang könnt ihr hier lesen.

Am nächsten Morgen ging es Lisa schon besser, während Anne müde und erschöpft nach der langen nächtlichen Wanderung ins Bett fiel. Im Krankenhaus wurde im Labor bei Lisa eine Verbesserung der Blutwerte festgestellt, sodass der Weiterreise nichts im Weg stand. Eigentlich… Am Abend bekam dann auch Anne Fieber. Darum gab es am nächsten Tag noch einmal das selbe Spiel: Krankenhaus, Blutbild, Dengue-Diagnose. Am Ende bedeutete dies für uns einen 12-tägigen Aufenthalt in Yogyakarta.
Während Anne im Bettchen lag, besuchte Lisa unter anderem das Tamansari-Wasserschloss, den Sultanspalast, das Affandi-Museum sowie den Vogelmarkt. Anne konnten dann immerhin am letzten Tag noch das Wasserschloss besuchen. Für den Sultanspalast hatte die Kraft dann leider doch nicht mehr gereicht, sondern nur für eine Kaffeepause, den Rückweg und ein Fallenlassen ins Bett für einen ordentlichen Nachmittagsschlaf! Heute sind wir beide aber wieder gesund und fit für unsere nächsten Abenteuer!

Warme Grüße
Lisa & Anne

Hier geht es wie immer zu den Bildern.

(Dort haben wir gerade den Luwak-Kaffee genossen.)

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