Baden mit Krokodilen in Australien

Drei Worte vorneweg

Nach drei Wochen sind wir schon wieder ganz schön überfällig mit unseren Blogbeiträgen. Doch hier gibt es nun endlich ein paar Bilder und Geschichten aus dem faszinierenden Land Australien.

Wir sind wohlbehalten auf dem neuen Kontinent angekommen und haben uns natürlich erst einmal mächtig über den westlichen Standard gefreut. Auf der anderen Seite sind wir echt von der WiFi-Versorgung in den Hostels enttäuscht! Es ist langsam, nicht vorhanden oder kostenpflichtig. Das hat in den asiatischen Ländern viel viel besser funktioniert! Ganz schön nervig, aber eine gute Ausrede für unsere nachhängende Blogarbeit. 😛

Nun haben wir es aber doch geschafft, saßen fleißig wie die Bienchen in der Bibliothek von Adelaide und hoffen, euch gleich mit ein paar Texten und Fotos an unseren Abenteuern teilhaben zu lassen und euch ein wenig unterhalten zu können. Los geht’s!


Darwin

Am 26. Juli begann endlich der zweite große Abschnitt unserer Reise: Australien. Ziel unserer Sehnsüchte nach Brot, Käse, Salat und all dem, was wir in den letzten vier Monaten gegen gebratene Nudeln und Reis eintauschen mussten.

Auf unserem Flug nach Darwin, dem nördlichen Tor zum roten Kontinent, hatten wir exklusive Plätze. Hautnah durften wir der Magenentleerung unseres Vordermanns beiwohnen, von der Anne leider nicht ganz unverschont blieb. Das bescherte uns neben ungewollten Gerüchen auch eine einstündige Verspätung mit dem Flieger.

In Darwin angekommen, stürmten wir noch auf dem Weg zum Hostel einen Supermarkt, der uns wie ein riesiges Schlaraffenland vorkam. Obwohl wir definitiv nur ein Brötchen mit Käse auf die Hand kaufen wollten, liefen wir mit großen Augen durch ALLE Regale. Endlich! Während wir unser Festmahl verspeisten, flog der erste wilde Kakadu über unseren Köpfen hinweg. Die verbleibende Zeit bis zum Check-in verbrachten wir mit einem Spaziergang und einem Nickerchen an der Esplanade, einem schmalen Parkstreifen an der Küste. Am Abend konnten wir wieder mit voller Freude in einem richtigen Supermarkt einkaufen (auch wenn wir uns jetzt bereits nach den asiatischen Preisen zurück sehnten) und selbst in der Hostelküche kochen!

Der nächste Tag diente der Organisation einer Tour, der Weiterreise nach Alice Springs und eines Mietwagens. Ausklingen ließen wir ihn an der Waterfront von Darwin (wo wir uns zudem am Werbeprospekt des Supermarktes aufgeilten) und mit einem Spaziergang am Hafen.

Natürlich ließen wir uns einen Tag später auch den Besuch der Charles Darwin Botanic Gardens nicht entgehen. Auf dem Weg dahin, kamen wir an ein paar riesigen, schwarzen Papageien vorbei. Schon jetzt kommt uns Australien wie ein riesiger Zoo vor.

Wir gingen außerdem zum Mindil Beach, an dem am Abend der Sunset Market stattfand. Auf diesem Nachtmarkt wurden neben verschiedenster Köstlichkeiten (unter anderem Krokodil-Hot-Dogs) auch Kleider, Schmuck und Kunstwerke verkauft. Ähnlich wie in Asien, nur eben etwas teurer und schicker.


Kakadu- und Litchfield-Nationalpark

Am Freitag, dem 29. Juli, wurden wir in aller Frühe vom Hostel abgeholt. Hier startete die dreitätige Tour in den Kakadu- und Litchfield Nationalpark. In einem riesigen Allrad-betriebenen Bus und mit neun weiteren Reiselustigen an Board brachte uns unser Fahrer Anthony zuerst in Richtung Kakadu-Nationalpark. Der erste Halt war eine Fahrt über den Corroboree Billabong. Hier sahen wir vor allem verschiedene Wasservögel, wie Adler, Kraniche und Enten. Am Ufer erspähten wir ein Känguru und einige kleinere artverwandte Wallabys. Aber das eigentliche Highlight waren die Salzwasserkrokodile, die am Ufer herumlagen. Wir hatten viel Glück und sahen mehrere drei bis vier Meter lange Krokodile und ein Babykrokodil, das gerade mit dem „Highwalk“ das Wasser verließ. Zudem wurde uns versichert, dass unter der Wasseroberfläche noch viel mehr Krokodile leben und wir unsere Arme nicht übers Boot hinausstrecken dürfen. Insgesamt war das eine sehr interessante Bootstour – auch wenn uns die Rettungswesten an Board noch nie so nutzlos vorgekommen sind.

Bevor wir in den Nationalpark fuhren, machten wir an einer Raststätte Halt, wo es das letzte Bier vor dem Nationalpark zu kaufen gab. Hier erwartete uns ein großer, freundlicher Büffel, der nur darauf wartete, gefüttert zu werden. Wieder einmal sahen wir Kakadus, die dieses Mal als großer Schwarm über uns hinweg flogen. Außerdem trafen wir einen kleinen Jungen, der uns die beiden Frösche Tim und Typhus zeigte. Diese hatte er einfach so in der Umgebung gefangen.

Unsere Mittagspause mit Sandwiches legten wir am South-Alligator-River ein. Schon eine komische Angelegenheit, nur maximal 100 Meter neben einem Fluss voller Krokodile zu picknicken.

(Ein durch die Aborigines entfachter Buschbrand, um das hohe Gras zu beseitigen und neuem Leben Platz zu machen.)

Danach ging es nach Ubirr. Dabei handelt es sich um eine Kulturstätte der Aborigines, an der es viele alte Felsmalereinen zu sehen gibt. Anthony erklärte uns die Anfertigung und Bedeutung der Malereien. Auf dem Weg sahen wir außerdem ein kleines Fels-Wallaby. Anschließend ging es zu einem Aussichtspunkt, den selbst schon Crocodile-Dundee erklommen hat. Von hier aus hatten wir einen atemberaubenden Ausblick über den Nationalpark.

Am Abend erreichten wir den Campingplatz Jabiru, unser Lager für die Nacht. Zum Sonnenuntergang konnten wir beobachten, wie die Felsklippen um den Campingplatz in verschiedene Farben getaucht wurden. Nachdem wir gegrillt und am Lagerfeuer Marshmallows gebrutzelt hatten, krochen wir in unsere Swags. Das sind große Schlafsäcke mit einer kleinen integrierten Matratze, in denen man unter freiem Himmel schläft. Dabei war es uns anfangs mulmig ohne jeglichen Schutz auf dem Boden zu liegen, da einen ja angeblich alles in Australien umbringen will. Schlangen und Spinnen sahen wir aber zum Glück keine, dafür einen unfassbar klaren Sternenhimmel, eine beeindruckende Milchstraße und viele Sternschnuppen.

Am nächsten Tag besuchten wir als erstes den Jim Jim Wasserfall. Auf dem Weg über die unebenen Straßen sahen wir zwei Büffel, die als Rückbleibsel der ersten Siedler im Norden Australiens nun durch den Kakadu Nationalpark ziehen. Mit denen ist aber nicht zu spaßen und sie sind ebenso bedrohlich wie die Krokodile. Nach weiterer Fahrt und einer kurzen Wanderung konnten wir hier in einem tiefen und ziemlich kalten Pool baden. Dabei sind wir angeblich auch mit (ungefährlichen) Süßwasserkrokodilen geschwommen. Aufgrund der Jahreszeit gab es hier jedoch keinen Wasserfall (das sind wir ja aber schon von Asien gewohnt), aber gigantische umschließende Felswände. Bevor es weiter ging, wärmten wir uns noch an einem benachbarten Strand in der Morgensonne auf.


Das nächste Ziel war Maguk. Hier badeten wir zwischen den Felsen in der Baramundi Gorge (eine Schlucht) und diesmal sogar mit einem richtigen Wasserfall. Zum Glück war das Wasser an dieser Stelle nicht ganz so kalt, sodass die gesamte Gruppe baden ging. Auf dem Weg zurück trafen wir ein paar beheimatete Aborigines, die uns einen schönen Aufenthalt im Kakadu-Nationalpark wünschten. Da die Ureinwohner wirklich wollen, dass man ihre Heimat genießt und bei ihnen als Tourist willkommen ist, hat man dabei ein zusätzlich schönes Gefühl.

Am Abend verließen wir bereits den Nationalpark und übernachteten in Pine Creek. Mit einer Gruppe Australier versuchten wir uns dieses Mal selbst daran, ein Lagerfeuer zu machen und feierten den Erfolg wieder mit leckeren Marshmallows. Danach krochen wir wieder in unsere Swags. In dieser Nacht fröstelte es uns jedoch alle ein wenig. Ein paar hielten es noch etwas länger am Lagerfeuer aus, sodass unser Bus mit dem Reisegepäck bereits abgeschlossen war. So musste Anne sich etwas unbeholfen durch ein schmales Busfenster schieben lassen, damit noch jeder an seinen Schlafsack kam. Resultat war ein ordentlicher blauer Fleck.

Am letzten Tag ging es noch in den Litchfield Nationalpark, einen kleineren Park im Süd-Westen von Darwin. Bevor es wieder zu zwei Badestellen ging, besuchten wir die Magnetic Termite Mounds. In den beiden Nationalparks gibt es unzählbar viele riesige Termitenhügel. An dieser Stelle lernten wir nun, was es für verschiedene Termitenarten gibt, wie sich ihre Hügel unterscheiden und wie man darunter am besten eine Leiche verschwinden lässt – man weiß ja nie. 😛


Aufgrund des anstehenden Feiertags war der Litchfield Nationalpark überfüllt mit Touristen. Aus diesem Grund warfen wir nur von oben einen Blick auf die Florence Falls und wanderten dann ein Stück weiter zur Buley Rockhall. Hier gab es auf verschiedenen Ebenen immer wieder kleine Wasserfälle mit flachen und tiefen Becken, in denen man entweder gemütlich herumsitzen oder auch waghalsig hineinspringen konnte.

An der letzten Station, den Wangi Falls, liefen wir nach dem Baden noch einen kleinen Pfad zu einer (in Bäumen eingewucherten) Aussichtsplattform hinauf. Auf dem Rückweg kam uns dann fast ein ganzer Zoo entgegen: In den Baumkronen hingen Flugfüchse, am Boden kreuzten kleine, schwarze Schweinchen unseren Weg und irgendwo zwischen den Bäumen hing eine riesige, goldene Spinne.

Damit war nun unser Abenteuer in den Nationalparks beendet. Den Abend verbrachten wir wieder in Darwin. Am nächsten Tag nahmen wir dann den Bus nach Alice Springs, ins Zentrum von Australien, wo uns nun bald ein weiteres Outback-Abenteuer erwarten sollte.

Allerliebste Grüße
Anne und Lisa

Hier gehts zu allen Bildern der fantastischen Welt!

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Anne Matthes Verfasst von:

2 Kommentare

  1. Mathias
    22. August 2016

    Tolle Erlebnisse, von der Magentleerung des Vordermannns mal abgesehen 🙂 weiterhin viel Vergnügen in down under 🙂

  2. Helga
    22. August 2016

    Hallo ihr Beide,
    habe den Bericht mit viel Interesse gelesen. Auch die Bilder sind ja toll.
    Seht euch noch viel auf dem zu erkundenden Kontinent Australien an.
    Wir wünschen euch viel Freude und schöne Erlebnisse. Macht weiter so.
    Bleibt gesund und seit ganz herzlich gegrüßt von den Hopriern

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