Great Ocean Road

Die Great Ocean Road verläuft zwischen Torquay, westlich von Melbourne, nach Allansford. Die Straße führt, wie es der Name erahnen lässt, direkt am Ozean entlang. Dort wo das Land endet sind heute steile Klippen und gigantischen Felsen, deren Erscheinungsbild über die Jahrtausende von den hohen Wellen und den peitschenden Winden geprägt wurden.


Tag 1

Unsere Reise begann am 12. August in Melbourne, wo wir unseren Camper bei Jucy ausliehen. Dabei verlief alles etwas chaotisch. Fast hätten wir keine Campingstühle und keinen Tisch bekommen. Eine Runde Stein-Schere-Papier entschied darüber, wer den Wagen aus der Stadt fahren durfte. Lisa verlor das Spiel und hatte die Ehre, aber nach einer kurzen Probefahrt zur Tankstelle mit einem Jucy-Mitarbeiter gelang das schon ganz gut! Man gewöhnt sich schneller als gedacht an den Linksverkehr. Lediglich der Blinker wurde öfters mit dem Scheibenwischer verwechselt, aber saubere Scheiben schaden für den Anfang ja auch nicht!

Verglichen zu anderen Großstädten ist der Verkehr in Melbourne aber auch sehr anfängerfreundlich. So schafften wir es schnell aus der Stadt heraus zu unserem ersten Stop Geelong, wo wir einkauften und im Anschluss noch einen Abstecher zum Hafen machten. Hier mussten wir uns auch das erste Mal mit den australischen Parkschildern auseinandersetzen. 😉


Weiter ging es nach Torquay, dem Beginn der Great Ocean Road. Hier besuchten wir die Touristeninformation und den Bells Beach, wo wir Surfer beobachten konnten. Auf dem Weg durch Anglesea sahen wir auch ein paar wilde Kakadus, die es hier so häufig wie Tauben in Deutschland gibt. Die nächste Station war der Split Point Leuchtturm. Hier hatten wir einen tollen Ausblick über die steilen Klippen. Außerdem kamen wir noch am Memorial Arch vorbei, wo wir natürlich auch unser Pflichtfoto machten!

Mit dem Hereinbrechen der Nacht eröffnete sich für uns leider ein großes Problem: Das Licht an unserem Auto war kaum besser als das unserer Taschenlampen aus Malaysia. Zudem fing es noch extrem stark zu regnen an und die Straßen waren sowieso sehr kurvenreich und uneinsichtig. Nachdem der erste geplante und (kosten)freie Campingplatz, zu dem sich unser Camper noch über steile Straßen quählen musste, leider nicht zugänglich war, mussten wir in den sauren Apfel beißen und diese Nacht für unseren Stellplatz bezahlen. Jucy konnte uns an diesem Abend per Telefon nicht mehr weiterhelfen und schickte uns mit null Sicht auf den kostenpflichtigen Campingplatz. Im Cumberland River Holiday Resort hatten wir zudem fast die Öffnungszeiten verpasst. Mit etwas Glück und viel Klopfen bekamen wir doch noch den Zugangscode, einen Stellplatz und einen Kontakt, der uns am nächsten Tag mit unserem Licht weiterhelfen konnte. Nach einer schnellen Suppe auf dem Campingkocher ging es schon bald ins Bett und damit in den warmen Schlafsack.


Tag 2

Am nächsten Morgen stand erst einmal nerviges Herumtelefonieren auf dem Programm, um Jucy unser Problem erneut zu erläutern. Dabei hatten wir nur am Straßenrand, außerhalb des Campingplatzes, Empfang. Am Ende ruften wir einen Reparaturservice aus der Gegend, der die Lampen wechselte. So kamen wir mit deutlicher Verspätung erst gegen Mittag los.

Aber der Aufenthalt auf dem Campingplatz hatte sich dennoch gelohnt. Auf dem Weg zur morgendlichen und vorerst letzten Dusche stand plötzlich ein Känguru auf dem Weg, das genau so groß war wie wir! Später sahen wir noch ein zweites, bei dem ein Baby aus dem Beutel schaute. Außerdem sahen wir auch den typischen australischen Vogel Kookaburra und als Höhepunkt saß noch ein Koala in einem Eukalyptusbaum.

Mit dem Auto fuhren wir dann erst wieder ein Stück zurück. Hier besuchen wir die Erskine Wasserfälle im Otway Nationalpark und Teddys Lookout nahe der Stadt Lorne. Darauf folgte der Cape Patton Lookout und ein Stop an der Apollo Bay. Das Mittagessen genossen wir an einem abgelegenen Strand.


Die letzte Station an diesem Tag war das Cape Otway, wo wir uns den berühmten Leuchtturm zu sehen erhofften. Leider war dieser Teil eines kostenpflichtigen Parks. So liefen wir ein paar Meter zu einem Aussichtspunkt und suchten uns einen freien Campingplatz ganz in der Nähe: Ein Stückchen befahrbare Grünfläche im Wald.


Tag 3

Am Anfang unserer Fahrt des dritten Tages kamen wir an ein paar Bäumen vorbei, in denen sich Koalas versteckten. An diesem Tag der Great Ocean Road besuchten wir eine ganze Reihe an Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke, die alle nur ein paar Fahrminuten voneinander entfernt waren. Darunter das Wahrzeichen der Great Ocean Road: Die zwölf Apostel – acht, ehemals neun, aus dem Wasser ragende Felsen.

Zuvor sind wir noch die Gibson Steps zum Strand heruntergestiegen. Weitere Stationen waren die Loch Ard Gorge, Cave of Thunder, London Bridge, The Grotto und die Bay of Islands. Vor allem die hohen Wellen waren sehr beeindruckend, die sich immer weiter in den Kalkstein hereinfressen. Für euch bedeutet das unheimlich viele Fotos von Kalksteinküsten am Meer (wieder einmal Steine!!).

(Gibson Steps)

(Loch Ard Gorge)

(Cave of Thunder)

(London Bridge)


(The Grotto)

(Bay of Islands)

Zum Einschlafen konnten wir diese Nacht den Mond durch das Dachfenster beobachten und von den riesigen und kraftvollen Wellen träumen, wie wir sie beide noch nie zuvor gesehen hatten.


Tag 4

Der vierte Tag begann, ebenfalls nach freiem Campen, in Warrnambool. Hier kamen wir zufällig an einem Strand vorbei, wo wir tatsächlich Wale sehen konnten! Diese waren zwar nur als schwarze Punkte im Meer zu erkennen, aber sie waren da!! Ab und zu sahen wir auch, wie sie Wasser als große Fontaine aus ihrem Blasloch stießen.

Im Tower Hill Reserve legten wir eine kleine Wanderpause ein, sahen wilde Emus und Eidechsen, die in der Sonne badeten und konnten die einstige Vulkankraterlandschaft bestaunen. Am Nachmittag ging es noch nach Port Fairy, wo wir eine Runde um Griffiths Island wanderten. Im Anschluß legten wir noch einige Kilometer Richtung Westen zurück und schlugen unser Lager in der Nähe des Mount Gambier auf. Hier wurden wir erneut von Kängurus begrüßt, die am Straßenrand grasten. Jedoch zogen sie sich schnell in den Wald zurück, als wir mit unseren Camper angefahren kamen.




Tag 5

In Mt Gambier sahen wir uns den Blue Lake an, bevor wir uns für den restlichen Tag in das Auto setzten, um auf die Fleurieu-Halbinsel vor Adelaide zu gelangen. Unterwegs machten wir noch an einer seltsamen Raststätte halt und gönnten uns bei Oldtimern, merkwürdiger Musik und einer Wirtin mit einer alten weißen Haube einen Kaffee. Auf der diestägigen Suche nach einem freien Campingplatz brauchten wir jedoch drei Anläufe bzw. Anfahrten, um ein endgültiges Lager für die Nacht zu finden.


Tag 6

Den letzten vollständigen Tag im Camper besuchten wir in Victors Harbour Granit Island. Anschließend ging es zum Cape Jervis. Hier wanderten wir ein Stück den Heysen Trail entlang und fuhren im Anschluss weiter durch die Weinlandschaft des McLaren Vale. Unsere Mittagspause machten wir in Second Valley, wo uns ein hungriger Rabe Gesellschaft leistete. Von hier aus war es auch nicht mehr weit bis nach Adelaide, wo wir am nächsten Tag unser Auto abgaben.


Liebe Grüße
Anne & Lisa

Hier hier geht es zu den restlichen Bildern.

Neue Beiträge

Kategorien

Anne Matthes Verfasst von:

2 Kommentare

  1. Olaf und Heike
    1. September 2016

    Tolle Fotos. Die Landschaft ist faszinierend sowie die Tiere. Viel Spaß weiterhin bei euren Reisen! Beste Grüße

  2. Helga
    1. September 2016

    Hallo ihr Beiden,
    es ist ja wieder ein sehr interressanter Bericht, den wir mit Freude gelesen haben.
    Die vielen Fotos sind ja herrlich anzusehen. Bin ja sehr fasziniert davon.
    Wir wünschen weiterhin viele gut Erlebnisse. Macht weiter. Bleibt gesund.
    Liebe Grüße aus Hoprie

Die Kommentare sind geschlossen