Volle Fahrt voraus!


Logbucheintrag #1

Airlie Beach, Montag, der 12. September: Blauer Himmel und Sonnenschein. 32 Landratten erreichen den Hafen von Airlie Beach und setzten die Segel von „New Horizon“. Volle Fahrt voraus! Auf nach Whitsunday Island!

Am 12. September erreichten wir nach einer langen Fahrt über Nacht Airlie Beach. Hier machten wir uns direkt auf den Weg zur Travel Agency, um uns für die anstehende Bootstour einzuchecken und unser großes Gepäck unterzustellen. Nun hatten wir noch zwei Stunden, um uns mit ausreichend Alkohol (Ja, Mammi: Ausreichend!) einzudecken, alles zum Pier zu schleppen und dort noch eine Runde Riesenschach zu spielen. Dann wurden wir auch schon abgeholt und auf unser zu Hause für die nächsten drei Tage gebracht: Das Segelschiff „New Horizon“. Bevor wir die Segel setzten, bekamen wir noch eine Sicherheitseinweisung und wurden in unsere Kajüten gebracht. Hier durften wir uns ein 1,2 Meter breites Bett teilen. Mehr als das Anfahren unserer Übernachtungsbucht stand für heute nicht mehr auf dem Plan.

Kurz vor dem Ziel sahen wir einen Wal am Horizont aus dem Wasser springen. Auch die Crew war völlig fasziniert und unser Geburtstagskapitän versuchte vorsichtig dem großen Tier näher zu kommen. Schon öfter haben wir in Australien die Chance gehabt, diese beeindruckenden Säugetiere zu sehen, doch noch nie so nah. Und wir kamen noch näher. Der Gigant der Meere sprang erneut aus dem Wasser. Immer näher bewegten sich Boot und Wal aufeinander zu. Alle lehnten wir uns aufgeregt über die Reling und es ist nicht übertrieben, wenn wir behaupten, dass einigen schon die Tränen in den Augen standen. So überwältigend erschien uns und auch der Crew dieser magische Moment. Auch tauchte plötzlich noch ein Wal mit Kalb auf und zeigten uns ab und zu die großen Schwanz- oder langen Brustflossen. Vor uns hatten wir drei Buckelwale. Welch schönes Erlebnis!

Nachdem die Wale aber schließlich wieder dem Horizont entegegengeschwommen sind, setzten wir Anker. Es gab leckeren Fisch mit Kartoffelbrei von unserem Chefkoch. Dann wurde eine runde „Wer bin ich?“ und Scharade gespielt bis bald die ersten zur Bootsparty einstimmten. Aufgrund leichten Nieselregens wurde auf dem Schiffsbug ein kleines „Partytipi“ aufgespannt, die Musik lautgedreht und in den nächsten Geburtstag hineingefeiert. Spät nachts wurden wir müde und ließen uns von den Wellen in den Schlaf schaukeln. Seekrank ist von uns zum Glück keiner geworden.


Logbucheintrag #2

Tongue Bay, Whitsunday Island, Dienstag, der 13. September: Leicht bewölkter Himmel, mittelstarker Wind. Die New Horizon befindet sich in Schildkrötenbrutgebiet. Die Landratten starten ihre erste Erkundungstour in den neuen Gewässern.

Pünktlich 6:30 Uhr begann für uns der Tag. Das Frühstück wartete bereits für uns und zu unserer Freude zeigte sich zum Nachtisch noch eine große Meeresschildkröte ganz nah am Boot. Endlich haben wir eine gesehen! So oft wurden sie und bereits in Thailand oder Malaysia versprochen.

Nach dieser glücklichen Begegnung wurden wir mit einem Stingersuit (Quallenschutzanzug) ausgestattet und setzten mit einem kleinen Schlauchboot zur Whitsunday Insel über. Nach einer kurzen Wanderung durch den Wald sahen wir ihn dann vor uns: Den Whitehaven Beach, einen riesiger Sandstrand mit sehr feinem und weißem Sand. Dieser gilt als einer der weißesten Strände der Welt und hat einen Quarzgehalt von nahezu 99%. Nur die NSA durfte für das Hubble-Teleskop ausnahmsweise Sand aus diesem Schutzgebiet entnehmen. Nach ein paar Fotos vom Aussichtspunkt aus ging es dann auch endlich zum Strand, über den auch Jack Sparrow schon geflitzt ist!

Im klaren Wasser zwischen den vielen Sandbänken konnten wir Rochen beobachten, die im Wasser an uns vorbeischwebten. Auch ein paar kleine, ungefährliche Haie gibt es hier, die wir aber leider nicht gefunden haben. Nach zahlreichen Fotos sonnten wir uns noch am Strand. Das war jedoch fatal! Durch die besondere Beschaffenheit des Sandes nimmt er keine Wärme auf und man merkt die Kraft der Sonne nicht wie üblich. Auch reflektiert er die Sonnenstrahlen fast vollständig und man bekommt wie beim Skifahren die doppelte Portion UV-Strahlung ab. So kehrten einige von uns sehr rot aufs Schiff zurück. Auch Lisa machte Rudolph, dem Rentier vom guten lieben Weihnachtsmann, wieder mächtig Konkurrenz!

Zur zweiten Abkühlung setzte die New Horizon Segel Richtung Hamilton Island, wo wir zum Schnorcheln ins Wasser springen oder per Rutsche vom Dach des Bootes hineinschlittern konnten. An unserem Schnorchel-Spot, auch „Das Aquarium“ genannt, gab es viele verschiedene Korallen, große und kleine Fische und ein paar Quallen zu sehen. Aufgrund des feinen Sandes war das Wasser jedoch nicht so klar, wie wir es aus Thailand kannten. So verwöhnt sind wir also schon! 😛
Nach dieser Erkundungstour schnappte sich Anne noch ein Stehpaddelboard und dank Lisa verpasste sie auch den Nachmittagssnack (Chips!) nicht.


Während des Sonnenuntergangs fuhren wir zum Ankerplatz unserer nächsten Nacht. Etwas ruhiger, dennoch sehr interessant und unterhaltsam ließen wir den Abend in in der fast wellenlosen Bucht ausklingen.


Logbucheintrag #3

Anker vor Daydream Island, Mittwoch, der 14. September: Graue Wolken und leichte Winde. Die New Horizon segelt Richtung Heimathafen.

Wieder 6:30 Uhr begann der letzte Tag auf dem Boot. Frühstück gab es direkt gegenüber der Daydream Island, einer privaten und verdammt teuren Resortinsel, auf denen schon viele Weltstars die Sonne genossen haben.

Nach dem Frühstück machten wir uns für den letzten Schnorchelgang bereit, denn hier war wieder Schildkrötenbrutplatz. Die erste Meeresschildkröte zeigte sich noch von Board aus. Das war dann doch genug Motivation, um bei fehlender Sonne am frühen Morgen in das kalte Wasser zu hüpfen. So schlüpften wir in unsere Anzüge, bewaffneten uns mit Taucherbrille und Schnorchel und machten uns schleunigst auf die Suche. Wir schnorchelten wie verrückt, doch keiner entdeckte mehr eine Schildkröte. Etwas enttäuscht und mit Trost von der Crew kletterten wir zurück aufs Boot. Als die Maschinen schließlich in Bewegung gesetzt wurden, tauchten plötzlich drei Schildkröten aus dem Nichts auf und ließen sich bestaunen. Immerhin konnte man jetzt die Kamera in die Hand nehmen!

Etwas wehmütig, aber dennoch glücklich und zufrieden traten wir die Heimfahrt an. Ein letztes Mal segelten wir an den vielen kleinen Inseln vorbei und sahen kurz die Rückenflossen von ein paar Delfinen. Auch Wale zeigten sich uns noch einmal. Dann tauchten sie ab und verschwanden. Doch plötzlich tauchte einer der Wale 20 Meter neben unserem Boot auf, näher als je zuvor und völlig unerwartet. Hierbei bekommt man erst einmal eine Vorstellung, wie groß die Tiere wirklich sind! Wir setzten noch einmal Anker und sprangen ein letztes Mal ins Wasser. Nach ein paar weiteren Kunstsprüngen der Crew ging es nun endgültig Richtung Airlie Beach. Währenddessen bekamen wir noch ein paar interessante Fakten über die Inselgruppe, Fische und Wale erklärt.

Die Fahrt zu den Whitsunday Inseln war mit Abstand die beste Tour, die wir bislang auf unserer Reise gemacht haben, und auch unsere 32-Mann starke Gruppe war klasse!

Einen weiteren Tag verbrachten und entspannten wir in Airlie Beach, wo Anne fleißig Bilder bearbeitete und die Sonne genossen wurde.

Ahoi!
Lisa & Anne

Hier geht es zu den Bildern der Trauminseln!

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Anne Matthes Verfasst von:

4 Kommentare

  1. MuV
    26. September 2016

    Oijoijoi! Ihr habt’s ja gut.
    Tolle Berichte und Fotos. Da werden wir wieder neidisch…
    Weiterhin viel Spaß euch beiden. Liebste Grüße MuV

  2. Helga
    2. Oktober 2016

    Hallo Anne, hallo Lisa,
    eure beiden Berichte haben wir mit Freude gelesen. Sehr interessant.
    Die Fotos sind ja auch wieder faszinierend.
    Wir wünschen einen guten Flug und weiterhin viele Erlebnisse und viel
    Spaß für eure nächste Etappe. Bleibt gesund.
    Viele liebe Grüße von den Hopriern

  3. Felix
    5. Oktober 2016

    Wo haben denn die vielen Leute auf New Horizon geschlafen?? 😉

    • Anne
      6. Oktober 2016

      Also Lisa und ich mussten schonmal ganz gut miteinander kuscheln. Absonsten auch schräg übereinander, so wie das kleine Bett eben noch ins Boot gepasst hat. Platzangst sollte man nicht haben. Aber es ging erstaunlich gut!

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