Zwischen Riff und Dschungel

Nach dreiwöchiger Reise an der Ostküste von Australien erreichten wir am 19. September den nördlichsten Punkt dieses Reiseabschnitts: Cairns. Die kleine Stadt ist vor allem durch die Nähe zum Great Barrier Reef bekannt, weshalb von hier auch zahlreiche Schnorchel- und Tauchausflüge zum Riff starten. Dieses Highlight von Australien wollten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen!

So fuhren wir bereits am ersten Tag unseres Aufenthalts hinaus aufs Meer. Dabei befanden wir uns auf verschiedenen Booten, da Anne zusätzlich zum Schnorcheln noch einen Intro-Tauchgang machte und wir beide uns das günstigste Angebot schnappten.

Anne war mit dem Schiff „Ocean Freedom“ unterwegs und Lisa mit der „Passion of Paradise“. Insgesamt verbrachten wir ca. neun Stunden auf dem Meer, von denen wir zwei Stops zum Erkunden der Unterwasserwelt hatten.

Lisas Boot stoppte am Paradise Reef und am Michaelmas Cay. Während der erste Halt mitten im Meer bereits interessant war, um die vielseitige Welt der Korallen kennenzulernen, war der zweite Stopp an einer kleinen Sandbank unbeschreiblich! Dieses Gebiet gilt als Vogel- und Schildkrötenschutzgebiet. Und tatsächlich schwammen wir mit wunderschönen Wasserschildkröten im Meer, die scheinbar durch das Wasser schwebten oder einfach nur ein Nickerchen zwischen den Korallen machten. Aber auch andere Tiere wie Katzenhaie, Rochen, riesige Fische (z. B. den 50cm hohen Batfish) und natürlich Clownfische sahen wir. Dabei war das Wasser so klar, dass man bereits vom Boot die dunklen Bereiche mit den Korallen im Meer sehen konnte. So begegnete Anne bei ihrem Tauchgang z. B. auch dem gruseligen 1,5m langen Great Barracuda.


Nach einer Fischfütterung ging es wieder zurück zum Hafen. Da das Meer angeblich voller Krokodile ist (und es dafür sogar deutsche Hinweisschilder gibt), kann man darin leider nicht baden. Dafür gibt es aber einen öffentlichen und kostenlosen Pool direkt an der Strandpromenade.


Einen weiteren Ausflug unternahmen wir zum Cape Tribulation, an dem das Schiff von Entdecker und Kapitän Cook im 18. Jahrhundert auf Grund lief. Hier wollten wir den ältesten Regenwald der Welt erkunden: Den Daintree Rainforest. Dieser liegt nördlich von Cairns. Nach einer Zeremonie der Aborigines, bei der wir durch den Rauch von Melaleuca-Rinde liefen und uns mit Erdfarben anmalten, ging es zur Mossman Gorge, einem Strom durch den Regenwald. Aufgrund des regnerischen Wetters zog es uns nicht zum Baden in das kühle Nass und wir beobachteten lieber den klaren Fluss von einer Aussichtplattform aus.

Nachdem wir einen ersten Eindruck vom Regenwald erhalten hatten, ging es weiter zu einer Bootsfahrt: Hier wurden uns wieder große gefährliche Krokodile versprochen, doch die Exemplare, die wir sahen, waren nur zwei kleine Krokodilbabys. Der Grund für das Fehlen der Reptilien war einfach die Jahreszeit, in der das Wasser warm genug ist, sodass sich die Tiere nicht unbedingt am Flussufer aufwärmen müssen.

Nach diesem ersten Teil unserer Tour ging es bereits in das Dschungelcamp, in dem wir eine Nacht verbringen sollten. Ein Teil der Gruppe machte jedoch nur eine Eintagestour, sodass sich die Gruppe hier trennte. Tragischerweise bekamen wir kein leckeres Mittagessen wie die anderen und mussten uns bereits in Cairns für die vier Mahlzeiten im Dschungel eindecken.

Hier bezogen wir mit drei anderen Deutschen ein Zimmer. In dem Camp gab es rein gar nichts zu tun, deshalb verbrachten wir den restlichen Tag mit Kochen, Karten-, Schach- und Volleyballspielen, Zeichnen sowie Bildererraten mit Hilfe der Langzeitbelichtung der Kamera. Am nächsten Tag wurden schließlich auch wir für die zweite Hälfte der Tour abgeholt.

Schon am Vortag wurde uns von einer Eiscreme-Manufaktur erzählt, die wir heute besuchen sollten. Ohja! Aber zuerst ging es mit unserem neuen Guide Carl noch auf eine Wanderung durch den Dschungel. Diesmal bekamen wir viele Fakten über den ältesten Regenwald erzählt. Bei der Wanderung liefen wir jedoch nicht nur durch das Grüne, sondern kamen auch an sumpfigen Mangrovenwäldern vorbei. Hier hieß es wieder „Vorsicht, Krokodile!“.


Für den Besuch des Aussichtspunkts über das Cape Tribulation wollten wir uns nun noch schnell mit leckerem Eis eindecken. Zur großen Enttäuschung kostete hier jede Kugel $5, nicht mal eine kleine erwartete Kostprobe gab es. So genossen wir die Sicht vom Alexandria Lookout also ohne cremige Erfrischung.

Danach war die Tour auch schon für uns beendet. Auf dem Rückweg nach Cairns lief uns aber noch ein ganz besonderer und vom Aussterben bedrohter Vogel über den Weg bzw. über die Straße: Ein Kasuar. Diese Vögel gehören zur gleichen Familie wie der Emu und der Strauß, leben in Australien nur im Regenwald und sind für die Verbreitung einiger seltener giftiger Beeren verantwortlich, die sonst ebenfalls aussterben würden. In der Dämmerung und aus dem Busfenster hinaus bekamen wir jedoch leider nur ein verwackeltes Beweisfoto des seltenen Riesenvogels.

Und nun nach Hause! So dachten wir… Jedoch verwandelte sich der Tourbus nun in einen einzigen Abholservice für Reisende aus Port Douglas. Von all unseren Touren in Australien war diese bezüglich der Organisation die enttäuschendste. Obwohl unser ganzer Bus schlief, redeten die zwei Guides an den beiden Tagen ununterbrochen und belanglose Dinge aus ihrem Leben. Der Ablauf war ein einziges Bus verlassen, zehn Minuten Gegend anschauen und weiter… Nicht besonders aufregend bzw. erholsam. Zudem hatten wir auch keine Lust als Pickup-Service zu dienen. Das war doch UNSER Tourbus!

Die restlichen Tage in Cairns, davon gab es genügend, verbrachten wir wenig aufregend und sehr entspannt. Wir liefen jeden Tag ein wenig umher, spielten Karten, nahmen den Balkon im Hostel ein und machten einfach mal nichts. Nach den letzten beiden aufregenden Monaten in Australien ist dies auch mal schön!
Als Highlight dieser Tage konnte man fast noch die Reptilienpräsentation im Hostel bezeichnen, bei der wir selbst einmal eine Python, eine Echse und sogar ein Krokodil halten konnten! Aufregend! 🙂

Allerliebste Grüße
Anne & Lisa

Hier geht es zu allen Bildern!

Neue Beiträge

Kategorien

Lisa Möller Verfasst von: