¡Hola Chile!

Hallo ihr Lieben! Schon wieder gab es lange nichts im Blog zu lesen. Vor allem in den letzten Wochen hatten wir keine Zeit, da Annes Bruder uns besuchen war. Viel zu berichten gibt es dennoch! Über die Weihnachtstage wollen wir nun versuchen, einiges nachzuholen, denn dazu haben wir gerade genügend Zeit hier in Lima! Den Anfang macht Chile, unser erstes Land auf dem amerikanischen Kontinent. Viel Spaß beim Lesen und vor allem euch ein frohes Weihnachtsfest zu Hause!


Santiago de Chile

Nach einem elfstündigen Flug über den weiten pazifischen Ozean erreichten wir einen neuen Kontinent und somit auch einen ganz neuen Abschnitt unserer Reise. Dank der Überquerung der Datumsgrenze verloren wir für die lange Reise keinen Tag, sondern bekamen sogar noch vier Stunden geschenkt (Abflug: 18:30 am 30.10. —> Ankunft: 14:30 am 30.10.). Chile heißt die erste Station unserer Reise durch Lateinamerika und schon aus dem Flugzeug bekamen wir einen ersten Eindruck von dem Land an der Westküste Südamerikas inmitten der Anden und der Wüste mit kargen Bergen und zerklüfteten Küsten.

Wir landeten in Santiago de Chile, der Hauptstadt des Landes, die unserem europäischem Standard wohl noch am nächsten kommen soll. Nachdem wir den ersten Tag im Hostel entspannten, ging es am 31.10. auf eine erste Erkundungstour durch die Stadt. Glücklicherweise hatte uns das Jetlag verschont. Einen ersten Überblick über die Stadt verschafften wir uns vom Hügel „Santa Lucia“. Von hier konnten wir auch eine Demonstration beobachten. Auch die nächsten Tage sollten wir die Streiks für bessere Löhne bei zu hohen Lebenshaltungskosten noch weiter bemerken.

Den Rest des Tages schauten wir uns die alten Gebäude der Stadt an, besuchten den Plaza de Armas und schlenderten durch die Paseo Ahuamada, wo viele Straßenhändler gebrannte Nüsse, Säfte, Süßigkeiten, Empanadas oder Kleidung, Schmuck und Souvenirs verkauften.


Da der 31. Oktober sowie der 1. November Feiertage in Chile sind, waren die Straßen weniger belebt und wir konnten entspannt herumschlendern. Den Trubel bekamen wir erst am letzten Tag in Santiago mit, vor allem als wir uns morgens in der Rush Hour in die U-Bahn quetschen mussten (Jeder kennt sicher das Bild von vollen Zügen in Japan. So in etwa haben wir uns hier auch gefühlt). Aber gleichzeitig bekamen wir auch einen Eindruck über das breite „Frühstücksbuffet“, das auf der Straße verkauft wird. Wir freuten uns nun nach Neuseeland über die günstigeren Preise in Chile, auch wenn alle anderen Reisenden, die über Bolivien und Peru aus dem Norden kamen, über die hohen Kosten schimpften. Das sind dann wohl gute Aussichten für unsere Weiterreise! Nach Neuseeland konnten wir uns nun endlich wieder Obst und Gemüse leisten, darum freuten wir uns auch, als wir zufällig über einen Markt in unserer Straße kamen. Hier deckten wit uns ordentlich mit Erdbeeren, Zucchinis, Kartoffeln, Paprika und vor allem Avocados ein (Nach dieser Reise werden wir wohl an extremem Avocado-Mangel leiden. Ohje…).

Einen weiteren Blick über Santiago und die umliegenden Hügel hatten wir vom Berg San Cristobal, auf dessen Gipfel eine riesige Maria-Statue steht, die uns ein bisschen an die Jesus-Figur in Rio de Janeiro erinnert.

Schon hier in der Hauptstadt von Chile merkten wir immer wieder, das man mit Englisch nicht besonders weit kommt. Nur wenige Menschen sprechen Englisch und unsere Spanisch-Kenntnisse hatten wir in den vergangenen Monaten auch nicht verbessert. Eher im Gegenteil. So schmeißen wir nun erst einmal mit allen spanischen Begriffen um uns, die wir kennen und kamen bisher glücklicherweise immer an unser Ziel. So zum Beispiel, als wir etwas im Bus nach Valparaiso vergessen hatten und dies dem Personal mit Händen und Füßen erklären mussten. Zudem trafen wir immer hilfsbereite Menschen, die uns auch mit ihren minimalen Englischkenntnissen helfen wollten.


Valparaiso

Nach drei aufregenden Tagen in der Hauptstadt von Chile fuhren wir ca. eine Stunde zur bunten Hafenstadt Valparaiso. Hier verbrachten wir die nächsten vier Tage, bevor wir endlich Richtung Norden reisten. Valparaiso ist die kulturelle Hauptstadt von Chile und wird oft auch als schönste Stadt des Landes bezeichnet. Nicht ohne Grund, denn auf den 45 Hügeln der Stadt stehen dicht an dicht unzählige kleine, bunte Häuser. Die Kirchtürme ragen hoch darüber hinaus und in den kleinen Gassen, in denen Souvenirs verkauft und Straßenmusik gespielt wird, gibt es unzählige Street Arts.


Auf den Aussichtspunkten hat man einen wundervollen Blick über die vielen Hügel. Hierhin verschlug es uns bei unterschiedlichstem Wetter. Bei einer wackeligen Bootsfahrt entlang des Hafens hatten wir auch noch einmal einen komplett neuen Blick über die Stadt. Dabei sahen wir auch ein paar dicke Seelöwen, die auf den Booten schliefen.

Bei einer kostenlosen Stadttour bekamen wir viele unterschiedliche Informationen über die unterschiedlichen Hügel, das UNESCO Kulturerbe der Stadt, berühmte Street-Art-Künstler und Tipps, wo man den besten Terremoto der Stadt findet. Das ist ein süßes alkoholisches Getränk mit Sorbet. Diesen probierten wir auch an einem Abend zusammen mit zwei Jungs aus unseren Hostel in der lebhaften Kneipenstraße der Stadt, wo auch wir wohnten.

Am letzten Morgen besuchten wir noch einen großen Markt, der sich aus einem Obst- und Gemüsemarkt sowie einem Flohmarkt zusammensetzte. Hübsch aufgereiht und gestapelt wurden hier an meterlangen Ständen Früchte verkauft – und so günstig!


Eine Fahrt mit den berühmten Aufzügen der Stadt, den Funiculares, blieb uns leider verwehrt. Hier wurde wieder gestreikt.

Aufgrund seiner Lage ist Chile auch sehr von Erdbeben betroffen. Eines davon bemerkten wir sehr schwach in Valparaiso. 200km südlich von uns hatte das Beben jedoch eine Stärke von 6.4.

Witzig: Hier in Lateinamerika sehen Autohäuser wie folgt aus:

Trockene Grüße aus Chile
Lisa & Anne

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Lisa Möller Verfasst von: