Auf hohem See

Wieder einmal ist viel Zeit vergangen. Inzwischen beenden wir nun schon unseren Panamaaufenthalt und saugen das letzte Mal Internet, bevor es auf nach Kuba geht – in eine andere Welt, in eine andere Zeit. Wir freuen uns, heute ein paar Informationen und Bilder nachholen zu können, auch wenn noch immer eine Menge fehlt und wir in Kuba ebenfalls nicht die Möglichkeit haben werden, an diesem Blog zu arbeiten. Doch genießt erst einmal die folgenden Zeilen und verschwitzte Grüße aus Panama City sowie viel Durchhaltevermögen euch beim Schneeschippen! Let’s go!

Mit unseren schweren Rucksäcken wanderten wir am Morgen des 7. Dezembers durch La Paz bergauf und -ab. Nachdem wir uns mit einem leckeren Avocadosandwich zum Frühstück im Markt Lanza gestärkt hatten, ging es zum Busbahnhof. Schon von draußen hörten wir die Frauen die Namen der Destinationen rufen, deren Tickets sie verkaufen wollten. Wild durcheinander wie im Schafstall ging es andauernd „Paraaaaaaa Cuuuuuscoooooo“, „Arequi-Arequi-Arequiiiipaa“ oder „Poto-Poto-Potosiiiiii“. Nervig. Vor allem, da wir noch eine Stunde auf unseren Bus warten mussten.

Copacabana

Nach einer dreistündigen Fahrt erreichten wir Copacabana, eine kleine Stadt am Titicacasee. Auf dem Weg dahin mussten wir einmal den See kreuzen. Dafür stiegen alle aus dem Bus aus und in ein kleines, wackliges Motorboot um. Der Bus selbst nahm auf einem riesigen, hölzernen Floß Platz. 15 Minuten später saßen wir schon wieder im Bus und fuhren die letzten Kilometer bis nach Copacabana. Schon der Ausblick aus dem Fenster versprach eine wunderschöne Seelandschaft.

Nachdem wir eine Unterkunft in dem kleinen Ort gefunden hatten, besuchten wir die große und prachtvolle Kirche. Anschließend kauften wir uns eine Flasche Wein und eine Tüte von dem Popcorn, das überall auf den Straßen verkauft wurde. Damit gingen wir zu einem Aussichtspunkt auf einen der beiden Berge, an denen Copacabana liegt. Der Pfad, den wir dafür wählten, war etwas holprig und nicht selten mussten wir sogar ein wenig klettern. Jedoch hatte uns ein Mann am Boden versichert, dass dies der richtige Weg zum Aussichtspunkt sei. Toll. Kurz vor der Spitze legten wir eine Pause ein, genossen den Blick über die Stadt, den See und das Gewitterkino am Horizont. Hier hatten wir Ruhe während auf der Spitze viele andere Touristen waren. Als Belohnung nach dem steilen Aufstieg gab es den Wein und Knusperflocken!

Da wir den Pfad nach oben allein gegangen waren, musste es noch einen richtig offiziellen Weg nach unten geben, den alle anderen gegangen sind. Wir folgten diesen und waren schnell und einfach wieder in der Stadt, in der wir uns ein leckeres Sushi-Mahl schmecken ließen.

Isla del Sol

Der nächste Tag startete wieder früh um die Fähre zur Isla del Sol zu erwischen, einer kleinen Insel im Titicacasee. Die Bootsfahrt dahin war unheimlich langsam, verschaffte uns aber Zeit, damit das regnerische Wetter über uns hinweg ziehen kann. Bei unserer Ankunft in Challapampa begrüßten uns als erstes zwei Esel. Dann begannen wir unsere Wanderung über die Insel. Brav bezahlten wir die Eintrittsgebühr und liefen als erstes zum Nordkap. Dabei kamen wir an alten Inkaruinen vorbei. Das alte Volk sah die Isla del Sol als heiligen Geburtsort ihres höchsten Gottes.

Unser Weg führte uns weiter über viele Hügel, von denen wir die ganze Insel und den See auf beiden Seiten sehen konnten. Nach einiger Zeit fing uns wieder ein Mann ab, der uns ein neues Ticket für den folgenden Inselabschnitt verkaufen wollte. Aber wir hatten doch bereits bezahlt! So liefen wir einfach weiter und der Mann nahm das ohne Widerrede hin. Im Folgenden passierte das uns noch vier weitere Male und jedes Mal wurden die Männer wütender, versuchten uns sogar festzuhalten. Unverschämt, wenn jedes kleine Dorf seinen eigenen Ticketblock druckt und jeweils zwei Euro von uns abknöpfen will. Am Ende des Tages wären wir so auf über zehn Euro gekommen – teuer für bolivianische Verhältnisse!

Die Sonne brannte heiß auf dem Hochplateau der Anden und es gab kaum Bäume die uns schützten. So kam es wie es kommen musste und wir holten uns alle drei einen ordentlichen Sonnenbrand. Mist! Nach sechsstündiger Wanderung erreichten wir dann den Ort Yumani, in dem wir die Nacht verbrachten. Noch kurz vor einem Gewitter bezogen wir unsere Betten, bevor der Strom ausfiel. Doch wir kuschelten uns ein und guckten gemeinsam eine Folge Tatort. Wie eine Geisterstadt wirkte der kleine Ort, als wir uns anschließend auf die Suche nach etwas zu Essen machten. Hier und da funkelte ein Kerzenlicht durch das Fenster. Am Ende fanden wir ein gemütliches Plätzchen mit heißem Kakao, Forelle aus dem Titicacasee und Licht!

Am nächsten Morgen liefen wir nach einem leckeren Frühstück (Felix hatte davor schon einen Ausflug zu einer Kirche unternommen) bei bestem Wetter herunter zum Hafen, von wo wir zurück nach Copacabana fuhren. Dort nahmen wir einen Bus nach Puno. Das war dann also schon das Ende von Bolivien. Bei der Weiterreise überschritten wir die peruanische Grenze und bekamen einen weiteren Stempel in unseren Reisepass. Für die letzten Bolivianos gab es noch Toblerone von der Straße. Am Busterminal in Puno wurden wir von einem Busbegleiter abgefangen, der uns sein Hotel zeigen wollte. So schlugen wir die kostenlose Fahrt in die Stadt nicht aus und nahmen am Ende auch das günstige Angebot für zwei Nächte an.

Puno

Puno selbst hatte nicht viel zu bieten. Die Kirche und den Hauptplatz hatten wir in wenigen Minuten besichtigt und die Tourimeile schnell durchquert. Doch im Umkreis gab es mehr zu sehen, so besuchten wir die Inseldörfer der Uro und die Grabtürme von Sillustani.

Mit dem Wassertaxi erreichten wir die aus Schilf gebauten Inseln, auf denen uns die einheimischen Uro-Damen in leuchtenden Gewändern auf der Insel „Corazon de Largo“ begrüßten. Unser Guide erklärte uns, wie die Menschen hier leben und wie die Gebäude, Möbel und Boote aus Schilf hergestellt wurden. Dann durften wir einen Blick in die Häuser werfen und wurden mit einem selbstgebauten Boot zu einer anderen Insel gefahren.

Später fuhren wir zu den alten Grabtürmen der Inka und anderen Kulturen. Hier bekamen wir die Geschichte, den Zweck und den Aufbau der Türme erklärt. Umgeben war der Ort von einem See und einer tollen hügeligen Landschaft.

Auf dem Heimweg ging es an einem traditionellen Hof vorbei, wo wir mit Lamas schmusen konnten und etwas über traditionelle Handarbeit und Gewürze erklärt bekamen. Hier gab es die peruanische Spezialität in Rohform: Meerschweinchen! Außerdem bekamen wir Brot aus Quinoa zu kosten. Sehr lecker!

Beste Grüße
Anne und Lisa

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Lisa Möller Verfasst von: