Bocas del Toro

Am 8.01. ging es zum zweiten Mal Richtung Atlantik und Insel! Unser Ziel war nun die Insel Colón des Archipels Bocas del Toro. Diese Insel war zwar nicht so klein wie eine der San Blas Inseln, aber dennoch kein Koloss. Hier lässt sich nur die eine Stadt Bocas Town und viel Dschungel finden.

Doch auch diese Anreise brachte mal wieder ihre Tücken mit sich. Unser Van, der uns wieder einmal durch den Dschungel schaukelte, hatte nach einer halbstündigen Fahrt eine Panne. Kein Öl mehr für den Motor. So warteten wir geschlagene 1,5 Stunden auf ein Ersatzauto, eh die Fahrt fortgesetzt wurde. Dabei genossen wir jedoch die warme Sonne und beobachteten, wie zwei Panameños hoch zu Ross eine Kuhherde vom Laster und die Straße entlang trieben. Zweimal kam ein Laster vorbei, der irgendwelche großen Milchkannen ab- oder auflud.

Als wir es dann aber endlich nach Almirante, einem Küstenort, geschafft hatten, kam innerhalb von 20 Minuten unser Speedboot. Rucksäcke drauf und alle einsteigen. Moment… noch mehr Rucksäcke drauf und noch mehr einsteigen! Ganz schön voll beladen düsten wir nun mit dem Boot nach Bocas Town. Nach 40 Minuten kamen wir dann auch an und bezogen bei nervigem Nieselregen unser Hostel. Beim Check-In schlief die Rezeptionistin beinahe ein. „The system is slow today.“ Aha. Und dann Wechselgeld rausgeben. Puuuh. Erstmal seufzen, im Stuhl weit zurücklegen und sich selbst laut fragend „The key…“ (für die Kasse). Naja, es wurde schon bald abgewunken und wir durften abrunden.

Dann wurden uns Zimmer und Küche gezeigt. In der Küche war nicht wirklich viel vorhanden. Wir bekamen außerdem das Sechsbettenzimmer, obwohl wir ein Vierbettenzimmer gebucht hatten. Auch fiel am Abend der Franzose über Anne aufgrund fehlender Latten fast durch das Bett. Unter gemeinsamer Anstrengungen schafften die beiden es, die Matratze an ihre angedachte Position zurückzuschieben. Nachts knackten die letzten Latten oft und verdächtig in dem so winzigen Zimmer.

Eigentlich hat die Trockenzeit in Panama bereits begonnen, doch es regnete seit unserer Ankunft nahezu ununterbrochen, sodass wir nur in Plastik gehüllt den Ort erkunden konnten. Aufgrund des falschen Zimmers und am Mangel eines Gemeinschaftsraums, was bei dem nassen Wetter von Vorteil gewesen wäre, konnten wir am nächsten Tag das Hostel wechseln. Hier, im Hostel Heike, wohnten wir auch wieder mit Anne und Peter von den San Blas Inseln zusammen. Das Hostel hatte eine coole Dachterrasse mit Hängematten und Co, auch überdeckt, und inbegriffenes Pancakefrühstück von sieben bis zwölf Uhr. Der Wechsel hat sich gelohnt! Das schreit doch nach einem zweiten Frühstück bzw. kostenlosem frühen Mittagessen! 🙂

(Die Pancakemasse muss nur als Pulver aus dieser Monsterpackung entnommen und mit Wasser angerühert werden. Fertsch!)

Doch was macht man nun bei so einem Regenwetter? Begibt man sich ins Freie, war man in weniger als einer halben Minute bis auf den Schlüppi durchnässt. Also interpretieren wir Abkühlen und Baden mal anders. Plastikponcho oder Müllsack übergeworfen und Fahrrad ausgeliehen! Geil! Nicht nur wir trällerten und pfiffen an diesem Tag „I’m singing in the rain“ laut vor uns her, während wir so durch den strömenden Regen cruisten.

Nachdem wir so das Städtchen unsicher gemacht haben, ging es zum Bluff Beach. Naja, jedenfalls fast. Der sandige oder überflutete Weg störte uns nicht. Doch als irgendwann Annes Kette vom Ritzel sprang und sich fest verkantete, war die Fahrt erst einmal vorüber. Peter und Anne kamen uns dabei zufällig entgegengefahren und scheiterten jedoch auch am Lösen der Kette. Also wurde das Rad zurückgeschoben. Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt. Nach einer halben Stunde kamen wir schließlich an einem Quadverleih an und mit Hammer und Meißel wurde das Rad wieder fahrtüchtig gemacht. Dann ging es zurück zum Hostel, wir kochten und genossen schon bald in einer geselligen Runde ein paar Rum-Colas bis es Zeit für das Bett wurde.

Unsere Fahrräder hatten wir auch noch für den nächsten Morgen, an dem wir uns über zwei kurze Sonnenstunden freuen durften. Diese nutzten wir für eine Fototour, denn der Ort mit seinen bunten Häusern war wirklich schön und bei dem Sturzregen war vorher nicht an das Mitnehmen der Kamera zu denken. Den Rest des Tages haben wir gründlich gegammelt, in der Hängematte gebaumelt und gelesen. Auch mal fantastisch!

So sah das Wetter eigentlich aus:

Am nächsten Tag mussten wir morgens jedoch schon wieder unsere Sachen packen und fuhren mit dem Speedboot bei Sonnenaufgang zurück zum Festland. Dabei stieg über den Dschungelbäumen am Festland Nebel auf. Bei der Fahrt wehte uns so sehr die Luft entgegen, dass wir fast gar nicht mehr sprechen konnten. Auch dieses Mal ging der Motor aus. Wir hatten ein Déjà-Vu von den San Blas Inseln. Dieses Mal konnte jedoch der Motor schnell wieder gestartet werden und schon bald hatten wir wieder festen Boden unter den Füßen.

Liebe Grüße
Lisa & Anne

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