Santa Fé

Bald schon hieß es wieder Abschied nehmen von Panama, aber zunächst verabschiedeten wir uns nur von Palmenstränden und dem Meer. Ein letztes Mal standen dschungelige Abenteuer und Wanderungen auf dem Programm.

Aber erst einmal mussten wir unseren Weg von Bocas del Toro nach Santiago bewältigen. Damit dies schön einfach und schnell geht, investierten wir ein paar Dollar mehr und buchten einen Shuttle. So mussten wir uns nicht erst in einen sowieso überfüllten und viel zu kalten Bus quetschen. Das dachten wir zumindest…

Mit dem Motorboot fuhren wir noch bei Sonnenaufgang zum Festland zurück. Alles andere als entspannt, denn der Fahrtwind wehte uns heftig um die Ohren und Mundwinkel. Am Hafen wartete dann … niemand. Sollte hier nicht ein Shuttlebus stehen? Auch bei mehrerem Nachfragen konnte (oder wollte) uns die Frau am Bootsschalter nicht weiterhelfen. Die Taxifahrer bescheinigten uns allesamt, dass der Shuttle am Busterminal warten würde und zwackten uns nochmal zwei Dollar für die Fahrt dorthin ab. Als da auch niemand war, wollten wir schleunigst zum Bootsteg zurück, vielleicht wartete ja dort doch inzwischen jemand. Nach den zuvorigen Fehlangaben bezahlten wir das Taxi jetzt natürlich nicht und siehe da, es stand auch schon ein anderes Shuttle-Taxi bereit. Das hatte unsere Tickets und würde uns nun zum Busbahnhof fahren. Alles im Preis inbegriffen versteht sich. Ganz toll! Am Bahnhof stiegen wir nun in den vollen und eiskalten Bus ein. Na wer hätte das gedacht.

In Santiago wechselten wir das Gefährt und rasten nun für zwei Stunden durch die grünen Hügel des Santa Fé Nationalparks. Am Ende erreichten wir das gleichnamige Örtchen in den Bergen. In der Idylle gelegen fand sich ein Hostel. Ein Paradies für Backpacker! Mit Hängemattenecke, Outdoor-Küche und ganz viel Grün.

An der Rezeption gab es einen dicken Hefter mit vielen möglichen Wanderungen. Zusammen mit Jonas aus Bayern brachen wir am nächsten Tag zu dem Wasserfall bei El Salto auf. Den ersten Abschnitt legten wir dabei mit dem Bus zurück, der in diese Richtung jedoch die Straße entlang kroch. Anscheinend musste hier Zeit „vertrödelt“ werden, die der entgegenkommende Bus beim Berge erklimmen extra benötigte.

Vor einer Brücke wurden wir dann abgesetzt. Darunter brauste der Fluss durch viele Steine hindurch. Unser Weg führte uns nun einen langen Feldweg entlang. Am Rande standen immer wieder Orangen- und Mandarinenbäume, an denen wir uns bedienten.

Wir kamen auch an vielen kleinen Häuschen vorbei. Anders als in den Städten grüßten uns die Anwohner hier nett. Das freute uns sehr. 🙂

Die meiste Zeit führte der Weg bergauf und bald gab es auch kein schützendes Grün mehr, das uns Schatten spendete. Begleitet wurden wir nun aber von einem kleinen Jungen, der von der Schule nach Hause kam. Er war der Sohn des Mannes, der das Geld für den Besuch des Wasserfalls einnahm. Früh übt sich!

Am Ende erreichten wir das Dorf El Salto. Hier wurde eine Menge Pflanzen für die Eigenversorgung angebaut. Darunter auch leckerer Kaffee, von dem wir eine Tasse zu trinken bekamen.

Zeit für Hausaufgaben war noch nicht, denn der Sohn musste uns erst einmal zum Wasserfall führen. Hinter hohen Bäumen rauschten die Wassermassen bereits und wir hielten unsere Füße zur Erfrischung in das kühle Nass. Der Junge nutzte die Zeit ebenfalls zum Baden und Klettern, bevor er uns weiter hoch auf den Wasserfall führte.

Ein schöner Ausblick inmitten des saftigen Grüns und das Wetter spielte auch mit! Nach dem Regen am Morgen hatten wir dies gar nicht erwartet und ließen unsere Badesachen leider zu Hause.

Am nächsten Tag nahmen wir uns ein eigenes Ziel vor. Anne hatte am Tag zuvor einen Berg entdeckt, auf dessen Kamm sie gern einmal wandern wollte. Mit dem Bus fuhren wir wieder zur Brücke und folgten einer Straße ins Ungewisse.

Vorbei an Orangen- und Bananenbäumen, Schmetterlingen und dichtem Grün kamen wir immer weiter hinauf. Nur vereinzelt standen Häuser und neugierige Kinder am Straßenrand.

Am Ende liefen wir zwar nicht über den Bergkamm, hatten jedoch einen tollen Blick über Santa Fé und die umliegenden Hügel. Auf eigene Faust sowas zu entdecken ist auch schön!

Nach einem kurzen Schreckmoment, als ein Mann mit Machete hinter uns auftauchte (das gehört hier zur täglichen Grundausrüstung wie Hemd und Schuhe), ging es wieder bergab. Unsere Knie dankten es uns nicht, aber zumindest sorgte leichter Regen und viel Wind für Abkühlung.

Vorbei an einer Ameisenautobahn, die wir eine Zeit lang beäugten, kamen wir zurück zur Straße und nahmen den Bus nach Hause.

Den Abend entspannten wir in den Hängematten und bei einem leckeren Glas Orangensaft. Natürlich selbst gepresst. …und der Rum musste vor der Abreise ja auch noch alle werden!

Liebe Grüße an Euch zu Hause
Anne & Lisa

Hier gibt es alle Bilder.

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Anne Matthes Verfasst von:

Ein Kommentar

  1. MuV Matthes
    16. Januar 2017

    Da ward ihr ja super fleißig mit den vielen neuen Beiträgen. Und wir haben jede Menge Arbeit mit dem Lesen und Bilder gucken. Große Überraschung für uns vor eurer letzten Station in Kuba.
    So viele Erlebnisse, so viel gesehen. Toll!!!
    Wir wünschen euch im letzten Land eurer großen Reise viel Spaß und auch weiterhin schöne Erlebnisse.
    Wir schieben weiter Schnee und frieren uns durch den kalten Winter .
    Liebe Grüße MuV Matthes

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