La Habana de Cuba

Hallo ihr Lieben!

Nachdem wir euch während unserer Reisezeit mit unseren begrenzten Möglichkeiten ziemlich gut auf dem Laufenden gehalten haben, musstet ihr nun viel zu lange auf die Eindrücke unserer letzten Etappe warten. Trotz stabiler Internetverbindung und relativ schnell eingepegeltem Alltag hier in Deutschland sind wir erst jetzt dazu gekommen, die Texte von Kuba fertigzustellen. Viel zu viel waren wir mit Freunden, Familie und der Organisation der Masterarbeiten beschäftigt.
Nun wünschen wir euch, wenn auch verspätet, noch viel Spaß beim Lesen und Anschauen der Bilder vom rollenden Museo de Cuba! 😉


Nach elf aufregenden Ländern brachen wir nun zum letzten Abschnitt unserer Reise auf: Kuba! Zum ersten Mal lernten wir den Sozialismus kennen, der in Kuba mit einem komplett anderen Lebensgefühl verbunden ist. Alle Menschen in diesem Land sind gleich – oder um es besser auszudrücken: Alle Menschen AUS diesem Land sind gleich. Denn als Tourist wird man doch etwas anders behandelt… aber dazu später mehr! 😉

Am 16. Januar landeten wir in Havanna, wurden mit lauter spanischer Musik in der Eingangshalle des Flughafens begrüßt und traten vor den Flughafen an die „frische“ Luft. Um uns herum knatterten alte Autos, Baujahr 1960 und noch älter. Und mit genau so einem Auto fuhren wir auch schon bald ins Stadtzentrum von Havanna, nachdem uns mehrmals bestätigt wurde, dass von hier definitiv kein Bus ins Zentrum fährt.
Diego, unser Taxifahrer, brachte uns mit dröhnender Musik, die aus dem Kofferraum an uns vorbei bis zum Fahrer gegen die lauten Motorengeräusche hallen musste, mit einem Opel (Baujahr 1957) zu unserer ersten Casa Particulares.

Die einfachste, aber auch fast einzige Möglichkeit neben den teuren Hotels ist es, direkt bei den kubanischen Familien zu wohnen. Wer ein Zimmer im Haus frei hat, vermietet dies an Touristen – natürlich unter wahnsinnigen Abgaben an den Staat. Doch somit wurden uns künftig von Ort zu Ort Taxifahrer und neue Casas über unsere Gastgeber vermittelt, denn hier in Kuba kennt immer jemand jemanden, der gerade das billigste und schönste Zimmer im nächsten Ort frei hat! Jedes Mal bekamen wir ein Visitenkärtchen mit Name und Adresse der nächsten Unterkunft in die Hand gedrückt, welches den Taxifahrer jedoch spätestens bei der Ankunft nicht mehr interessierte, denn er kannte natürlich selbst jemanden im Zielort, der ein besseres Zimmer frei hat! Nach unseren aufregenden Taxifahrten gab es dann auch eine Visitenkarte vom Taxifahrer selbst, immer mit Telefonnummer und einem Foto vom Auto. Oben drauf gab es noch ein nettes Angebot für die Weiterfahrt zum nächsten Ort. Doch unsere Casa-Besitzer wussten später immer viel besser, welcher Taxifreund uns letztendlich fahren sollte… Kurz und knapp: Man sollte nicht zu viel Planung in die Weiterfahrt und Unterkunft in Kuba stecken, denn es kommt nie so, wie man es plant.

Doch nun zurück zu unserer Ankunft in Kuba und unserer ersten Fahrt in einem waschechten Oldtimer:

Kurz darauf kamen wir in unserem Casa Particulares an. Wir hatten plötzlich ein ganzes Apartment direkt neben dem Capitol, planmäßiger dem Sitz des Parlaments, ganz für uns allein! Schade, dass wir dieses für unsere zwei Nächte mitten in der Altstadt kaum nutzen konnten, denn in Havanna wollten wir erst einmal nur einen Tag bleiben, an dem wir natürlich möglichst viel entdecken wollten. Da wir auch von Havanna abflogen, planten wir am Ende unseres Kubaaufenthalts nochmal ein paar Tage in der Hauptstadt zu verbringen.

Schon beim Verlassen der Wohnung für die erste Erkundungstour in der kubanischen Hauptstadt fanden wir uns in einem lebendig gewordenen Oldtimer-Museum wieder: Überall fuhren uralte Autos, die das Bild von Kuba prägen. Ein Traum für alle Autoliebhaber! Aber auch wir konnten uns daran nicht satt sehen und fotografierten fleißig.

Die Haupttouristenmeile, die Calle Obispo, beherbergt jede Menge an Souvenirläden, Restaurants und Bars, in denen abends laute Salsa-Musik von Live-Bands erklang. Und auch die ersten einheimischen Caféterias entdeckten wir hier: Pizza für Centbeträge, wenn man an die einheimische Währung gelangte. Zum Nachtisch gab es noch ein (oder auch zwei) leckere Eiskugeln. Leeecker! Angemerkt sei, dass die Sorten täglich je nach Verfügbarkeit wechseln. 😉 Hier wechselten wir auch das erste Mal beim Bezahlen unseren CUC in CUP (1 CUC sind ca. 25 CUP).
Der Peso cubano convertible (CUC) wurde als Touristenwährung eingeführt, doch es war uns glücklicherweise oft möglich, mit geringen Verlusten unser Geld in die einheimische Währung Moneda nacional (CUP) zu tauschen. Denn manchmal kostet ein Kaffee eben 1 CUC oder nur 1 CUP. Auf Dauer ist das ein großer Unterschied. Dass die Touristen als Goldesel angesehen wurden, bekamen wir leider unseren ganzen Aufenthalt lang zu spüren, versuchten jedoch so gut wie möglich, nicht immer den Kürzeren zu ziehen. So fuhren wir trotz „Verbot“ mit dem nationalen Stadtbus durch Havanna. Hier bezahlten wir gerade mal 1 CUP für uns beide, also zwei Cent pro Person! Für den viel schwächer frequentierten Touristenbus hätte jeder von uns 5 CUC bzw. auch ca. 5  Euro zahlen müssen, das ist der 250-fache Betrag!

Am Malecon, einer Straße an der Küste entlang, erwarteten wir ausgelassenes Feierabendtreiben der Kubaner mit Musik und Tanz. Doch hier waren nur wenige Angler, Touris und vereinzelt kleine Grüppchen kubanischer Jugendliche mit Rum und Musik aus der Box anzutreffen. Also ging es schon bald zurück in die Altstadt, vorbei an der alten Festungsanlage und auf der Suche nach unserem ersten Mojito. Anders als man nämlich denkt, ist nicht der Cuba Libre, sondern der Mojito das Nationalgetränk von Kuba. Unsere erste (Straßen-)Zigarre probierten wir auch noch an unserem ersten Abend. Hilfe beim Vorbereiten der Zigarre bekamen wir von einem freundlichen Fast-Food-Verkäufer, der uns diese natürlich erst einmal mit einem Messer anschneiden musste.

Auf unserem Heimweg machten wir auch die erste „freundliche“ Bekanntschaft mit einem Kubaner, der in einer Band spielte und bald auf Tournee nach Deutschland gehen wollte. Er lud uns zu einer Veranstaltung am nächsten Abend ein. Da nämlich gerade das Salsa-Festival stattfand, gab es eine Menge Veranstaltungen in der Stadt. Essen, Eintritt und Getränke würden wir den ganzen Abend kostenlos bekommen. Einziges Muss: Eine Zigarre kaufen! Am folgenden Tag war ja immerhin der Tag der Zigarren! (Anmerkung: Hinter jeden Satz stelle man sich jetzt bitte ein „ANGEBLICH!“ vor). Wir sind dieser Masche, überteuerte Zigarren zu kaufen, zum Glück nicht aufgelaufen. Doch auch an den nächsten Tagen erzählten uns die „Jineteros“ immer wieder vom Salsa-Festival und dem Tag der Zigarre und versuchten somit teure Zigarren an die Touristen zu verkaufen, welche am nächsten Tag keine der versprochenen Veranstaltungen finden würden.

Lieber warfen wir einen Blick in die Fabrica de Tabaco, wo es Zigarren in allen möglichen Größen, Dicken und Marken gab. In den ländlicheren Gebieten von Kuba würden wir sicher mehr über die Herstellung und den richtigen Genuss der Zigarren erfahren, so verschoben wir unseren Einkauf erst einmal auf einen späteren Zeitpunkt.

Am Capitol vorbei bewegten wir uns tiefer in die wunderschöne Altstadt mit den vielen kolonialen Gebäuden, die an den unterschiedlichen Plätzen schön hergerichtet sind. Natürlich gibt es in Havanna viele zerfallene Häuser, doch mit dem Tourismus wird mehr und mehr saniert. Etwas abseits findet man hier auch die billigen Caféterias und Anne trank hier ihren ersten 1-CUP-Kaffee, der in winzigen Tassen serviert wird und gleichzeitig viel zu bitter und zu süß ist. Gewöhnungsbedürftig – aber dennoch süchtig machend! Und hier klärten wir auch auf, was es mit dem „Pan con Perro“ (Brot mit Hund) auf sich hatte: Ganz klar, Würstchen im Brötchen – ein Hot Dog! Manchmal denkt man einfach nicht weit genug.

Nach dem ausgiebigen Durchstreifen der Altstadt, La Habana Vieja, vorbei am Plaza de Armas, Plaza de la Catedral und durch die alten Handelsstraßen wurde es bald Zeit, unsere Weiterreise für den nächsten Tag zu organisieren. Dafür mussten wir zum Touribusbahnhof Viazul, denn nur dieser besitzt die Erlaubnis zur Beförderung von Touristen. In Havanna selbst konnten wir jedoch überraschend problemlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und bekamen sogar Unterstützung von den Kubanern, die uns sagten, wo wir um- und aussteigen mussten, was ohne Internet und Haltestellenschilder nicht immer leicht war.

Am Busbahnhof angekommen, wurden wir direkt von einem Taxifahrer angesprochen, der uns für 20 CUC pro Person in einem Taxi Colectivo (Sammeltaxi) mitnehmen wollte. Da der Viazul-Bus für die nächsten drei Tage bereits ausgebucht war, mussten wir dieses Angebot schließlich auch annehmen. Wir wechselten also Kontaktdaten aus, wünschten uns ausdrücklich von einem Oldtimer abgeholt zu werden und fuhren dann wieder mit dem Bus in die Stadt zurück. Bevor wir unsere Rucksäcke für die Weiterreise packten, ließen wir unseren vorerst letzten Abend in der Stadt mit eins, zwei leckeren Cocktails ausklingen.

Das war also unser Einstieg in Kuba! Bevor es aber zur Galerie geht, gibt es noch etwas zu ein paar Bildern zu sagen:

So sehen typische Einkaufsläden in Kuba aus:

…und so bekommt man sein neues Haustier mitten in der Altstadt:

Allerliebste Grüße
Anne & Lisa

Hier geht es jetzt zu allen Bildern von Havanna!

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Lisa Möller Verfasst von: