Erinnerungen

Mit etwas Verspätung bekommt ihr nun auch unsere letzten Berichte aus Kuba. Zu diesem Zeitpunkt sind wir bereits über ein halbes Jahr zurück in Deutschland. Der Alltag packte uns schneller als gedacht, auch wenn das eigentliche „Ankommen“ ein Weilchen gebraucht hatte. Kaum gelandet, hatten wir auch schon eine Arbeitsstelle, an der wir unsere Masterarbeiten schreiben konnten und auch eine neue WG bezogen.

Unser großer Reisealltag ist nun zur Nebensache geworden, an den wir aber jetzt noch häufig und sehnsüchtig zurückdenken. Seit dem Beginn unserer Planung sind nun bereits über zwei Jahre vergangen. Zwei Jahre von einer kleinen Idee, die sich schnell in einen ernsten Gedanken festigte und Schritt für Schritt umgesetzt wurde. Im September 2015 gingen wir das erste Mal zum Reisebüro, dachten über unsere Route nach und kalkulierten die Kosten. Bis dann alles Schlag auf Schlag ging: Reiseimpfungen, Rucksackkauf, Blogs von anderen Reiselustigen wälzen, Visa beantragen und und und… Das alles passierte fast genau so beiläufig wie das Semester, das noch zuende gebracht werden musste. Prüfungen – Hausarbeiten – fertig. Damals nutzten wir die Zeit noch intensiv um Ausflüge mit Freunden zu machen, bevor man sich für zehn Monate trennen wollte.

Und während noch die letzten Zeilen einer Hausarbeit getippt wurden, war es plötzlich April. Der 1. April 2016, Tag unseres Aufbruchs in die große Welt und Beginn unserer Reise. 10 Monate, 12 Länder, 3 Kontinente und unzählige Momente später sahen wir uns schon am Flughafen von Havanna stehen, wo es nach langem Sommer ins kalte und graue Deutschland zurück ging. Und plötzlich fielen wir unseren Liebsten auch schon wieder in die Arme…

Unser Weg führte uns über den nahen Osten nach Südostasien, ans andere Ende der Welt nach Australien und Neuseeland und schließlich nach Süd- und Mittelamerika. Dabei besuchten wir Wüsten, Regenwälder, Traumstrände, Schluchten, Lagunen, Gletscher, Hochplateaus, Großstadtdschungel, Einöden, Tempelanlagen, Naturwunder, Kulturstätten und viel viel mehr. Wir sahen wilde und exotische Tiere und schlugen uns die Bäuche auf Nachtmärkten, an Straßenständen und in einheimischen Küchen voll. Wir schliefen unter sternenbedecktem Himmel bei eisigen Temperaturen, mit Bettwanzen, in viel zu weichen, steinharten, quietschenden, ausgelegenen und vor allem VIIIELEN Betten, Bussen, Zügen und Zelten. Dabei fällt es schwer, einen Lieblingsmoment auszuwählen, auch wenn wir dies immer wieder gefragt werden. Dennoch wollen wir hier versuchen, ein paar unserer Highlights und prägende Momente zusammenzutragen und ein paar Kennzahlen unserer Reise aufzuzählen:

[An dieser Stelle möchten wir uns schon einmal für die lange Liste entschuldigen. Wie man sieht, konnten wir uns bei diesem Thema einfach nicht kurz fassen und haben die für UNS liebsten und besondersten Momente zusammengefasst. Lest ihr doch, was ihr wollt! 😉 ]

  • Der offene Empfang, die lieben Worte und ein warmes Herz von der Omani, die wir in der größten Moschee des Omans in unser Herz schlossen
  • Eine kostenlose vierstündige Taxifahrt mit anschließendem Essen durch Maskat
  • Das erste Mal in das warme und spiegelglatte Meer von Thailand springen
  • Die Neujahrs-Wasserschlacht in Chiang Mai
  • Unsere große „Backpacker-Familie“ inmitten des malaysischen Hochlands
  • Nachtschnorcheln auf den Perhentian Islands
  • Ein Erkunden der lokalen Nachtmärkte mit Durianverkostung, Karaoke und Abschied von guten Freunden
  • Unsere 1-Dollar-Panne im singapurianischen Luxusrestaurant auf dem Marina Bay Sands Hotel in 3-Euro-Thailandkleidern!
  • Die beeindruckende und strapazierende Vulkanbesteigung des Merapis
  • Lisas Rattenpanik im Hostel während Anne dem Dengue-Fieberwahn trotzte
  • Moped-Trampen zur Laundry
  • Sich im magischen Ubud verlieren
  • Schwimmen mit Krokodilen im Jim Jim Wasserfall
  • Bestaunen des hellsten und klarsten Sternenhimmels, den wir je gesehen haben und Schlafen direkt unter der Milchstraße bei eisigen drei Grad im Outback
  • Die Camper-Tour an der Great Ocean Road, ohne eine Woche zu duschen
  • Eine gratis Koala-Urin-Dusche während unseres Ausfluges mit dem pinken Barby-Car auf Magnetic Island
  • Eine exklusive Wal-Sprungshow vor unserem Boot bei den Whitsunday Islands, die uns die Tränen in die Augen trieb
  • Lisas erstes Schnorcheln mit einer Schildkröte und Annes erster Tauchgang am Great Barrier Reef
  • Schneebedeckte Gipfel direkt am Meer von Neuseeland
  • Reiten durch die Wahnsinnsnatur und grasgrünen, schafbedeckten Hügel
  • Buddeln eigener heißer Badelöcher am Hot Water Beach
  • Eine rasante Schwimmreifenfahrt durch die dunklen Wildwasserhöhlen von Waitomo mit Glühwürmchenhimmel
  • Eine Geburtstagsfeier im Camper (Grüße an Marc und Jasmin 🙂 )
  • Der komplette Bus beobachtet Lisas Suche nach dem Ausweg aus dem Labyrinth
  • Die größte Enttäuschung: KEIN HELIKOPTERFLUG ZUM FOX GLACIER … dafür einen Suppensprint
  • Die Wanderung zum Ben Lomond.
  • Avocados auf dem Gemüsemarkt zum Naschen auf die Hand in Santiago de Chile
  • Let’s get cancered unter der glühenden Sonne bei der Wanderung entlang der Ruta del Desierto (Sonnenbrandgefahr!)
  • Unsere erste kleine „Erdbeben“-Erfahrung beim Saftkauf in Valparaíso
  • Unsere ersten Trippel-Stockbetten in einem 2,30 Meter hohem Raum
  • Deutsche Kost in der Atacama-Wüste: Serviettenknödel und Apfelmus
  • Süßer Felix mit weihnachtlichen Süßigkeiten (doch die Lebensmittelvergiftung kam uns dazwischen…)
  • Lisas sexy Posen in der Salzwüste*
  • Höhenkrankheit und sich fühlen, als hätte man den Mount Everest bestiegen, obwohl man nur pullern war
  • „Das glaub ich nicht.“
  • Wegzoll-Beamte prellen auf der Isla del Sol
  • Annes kunstvolles Absteigen über den Fahrradlenker auf der „Straße des TODES“
  • Der mystische Aufstieg durch Wolken mit Endspurt zur antiken Inkastadt Machu Picchu
  • Sinnliche Weihnachten: Sushi-Enttäuschung und Weihnachtsfeuer im Hotelzimmer
  • Selbstgemachter Glühwein und Alkoholduft im ganzen Hotel
  • Anne wird Königin ihrer eigenen Insel in Panama (Queen Anni die Erste)**
  • Orangensaft aus selbstgepflückten Orangen vom Wegesrand in den „Bergen“ von Panama
  • Einmal durch die Regenzeit mit dem Fahrrad entlang überfluteter Straßen in Bocas del Torro
  • „Chico para noche“ – NEEEEIN!
  • Coco loco und Reiten mit Zigarre
  • Natürlich das Wiedertreffen von Freunden, die wir auf der Reise kennengelernt haben (Grüße auch hier an Fabian und Dominik 🙂 )

 

 

* Lisas schönste Pose in Uyuni

 

** Queen Anni die Erste

 

Wie man sieht, ist die Liste doch etwas länger geworden. Aber wie gesagt: Man kann die vielen Eindrücke nicht einfach in ein paar Punkten zusammenfassen.

Hier kommen nun noch ein paar Zahlen:

314 Tage, 18 Stunden, 45 Minuten. 12 Länder. 3 Kontinente. 112 Betten. 6 Nachtbusse. 2 Nachtflieger. 1 Nachtzug. 4 Zelte. 6 Nächte im Camper. 2 Nächte auf einem Boot. 4 Swags. 17 Flüge sowie unzählige Busse, Züge und Fähren. Außerdem, wie aufgeführt, 30 UNESCO-Welterbestätten:

Sukhothai – Ayutthaya – Malakka – Botanic Gardens Singapur – Borobudur – Prambanan – Reisterassen in Bali – Kakadu National Park – Uluru und Kata Tjuna National Reserve – Royal Exhibition Building in Melbourne – Blue Mountains – Sydney Oper – Whitsunday Islands – Fraser Island – Great Barrier Reef – Milford Sounds – Valparaíso – Potosí – Sucre – Tiahuanaco – Cusco – Machu Picchu – Lima – Panama Viajo – Havanna – Valle Viñales – Cienfuegos – Trinidad – Camagüey – Santiago de Cuba (Festung)

Mit diesen viiielen Aufzählungen wollen wir hier auch ein Ende finden. Vieles haben wir erlebt und vieles bleibt uns in Erinnerung. Wir werden euch sicher immer wieder ein paar Kleinigkeiten erzählen können! Auf jeden Fall bekommen wir die Reiselust nun gar nicht mehr los. (Anne hat in der Zwischenzeit ihren 5. Kontinent bereist.)

An dieser Stelle wollen wir uns natürlich auch bei unseren Familien bedanken, die während der ganzen Zeit an uns gedacht und uns bereits im Vorfeld unterstützt haben. DANKE! DANKE! DANKE! Dies gilt auch für all unsere Freunde, die immer mit uns mitgefiebert haben!!

 

Herzlichste Grüße!

Anne & Lisa

 

Neue Beiträge

Kategorien

Lisa Möller Verfasst von: